Flache Halter für die EUV-Belichtung
Um Silizium-Wafer bei der Chipherstellung zu belichten, sind spezielle Halterungen notwendig: Chucks. Neuartige elektrostatische Chucks aus Glaskeramik sind enorm flach. Das verhindert Strukturverzerrungen auf der Belichtungsmaske und dem Silizium-Chip.
Kleiner, noch kleiner, winzig. Die Miniaturisierung bei der
Chipherstellung schreitet mit beeindruckendem Tempo voran. Immer wieder
sprengen Forscher vermeintliche physikalische Grenzen und entwickeln
Methoden, um Halbleiterelemente noch kleiner und schneller zu machen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die entsprechenden
Verfahren.
Große Zukunft sehen die Experten in der EUV-Lithografie -
übersetzt:
Lithografie mit extrem kurzer UV-Strahlung. Das Prinzip: Licht mit
einer Wellenlänge von 13 Nanometern wird über eine Reflexionsmaske auf
die Siliziumscheiben geleitet, um dort Nanometer-Strukturen zu
erzeugen. Da die Belichtungsprozesse im Vakuum stattfinden, sind
spezielle Vorrichtungen nötig, welche die Silizium-Wafer und die
Belichtungsmaske aufnehmen und stabil festhalten. In der Fachsprache
heißen sie Chucks. Für die EUV-Lithografie haben Forscher am
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
elektrostatische Chucks entwickelt, die sich durch außergewöhnliche
Präzision auszeichnen. "Die Anforderungen an die Ebenheit der Chucks
sind extrem hoch", sagt Dr. Gerhard Kalkowski, Wissenschaftler am
IOF.
"Sind die Chucks nicht superflach, entstehen Höhenabweichungen in der
Maske. Diese führen zu Strukturverzerrungen auf den
Siliziumchips."
Das IOF setzt spezielle Glasmaterialien ein und hat neue Technologien
entwickelt, um die Ebenheit der Chucks zu steigern. Die Forscher haben
hervorragende Werte erzielt: Bisher hatte man Höhenabweichungen von
über 100 Nanometern gemessen; mit dem neuen Material sinken sie
auf
74 Nanometer - ein neuer Rekord. Chuck und Maske verschmelzen so quasi
zu einer Ebene. Zudem haben die neuen Chucks weitere Vorteile: "Das
Material garantiert hohe Haltekräfte, verteilt über die gesamte Fläche,
und verringert den Abrieb", sagt Kalkowski. Zwei Eigenschaften, die
beim EUV-Belichtungsprozess enorm wichtig sind.
Die Chipindustrie profitiert von den Ergebnissen der Forscher, denn
Chiphersteller sind insbesondere auf die Stabilität und die Präzision
der Chucks angewiesen, um den serienmäßigen Einsatz der EUV-
Lithografie zu ermöglichen. Inzwischen arbeiten die IOF-Forscher am
nächsten Ziel: flacher als 50 Nanometer.
Ansprechpartner:
Dr. Gerhard Kalkowski
E-Mail: gerhard.kalkowski@iof.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
Albert-Einstein-Straße 7
07745 Jena



