Kleine Stäbchen - Große Wirkung: IPHT Wissenschaftler stellen dem Licht ideale Fallen
Die Entwicklung neuer und kostengünstiger Nanomaterialien für Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad ist das Ziel eines neuen vom Institut für Photonische Technologien (IPHT) koordinierten EU-Projektes mit Partnern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Ungarn, Finnland, Slowenien und den USA.
Das Projekt ROD_SOL (rods for novel solar cells) unter der Leitung von
Frau PD Dr. Silke Christiansen wird von der Europäisch Union mit 2,9
Mio. € gefördert. Das IPHT ist dabei maßgebend an allen Arbeitspaketen
der Materialherstellung, Materialintegration in Solarzellenkonzepte und
Material- und Bauelementecharakterisierung beteiligt. Nach S-PULSE,
Photonics4Life, High-EF und FIBLYS ist ROD_SOL das fünfte Projekt, das
im Rahmen des 7.ten europäischen Forschungsrahmenprogramms am IPHT
koordiniert wird. Drei dieser Projekte sind von Frau Dr. Christiansen
eingeworben worden und laufen unter ihrer Leitung oder unter der von PD
Dr. Fritz Falk. Am 21.Januar findet beim Industriepartner Aixtron AG in
Aachen die Auftaktveranstaltung des EU-Projektes statt.
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Optimierung von Silizium
Nanorods (Säulen aus Silizium, deren Durchmesser etwa dem 70.000sten
Teil der Dicke eines menschlichen Haares entspricht) auf preisgünstigen
Substraten wie Glas oder Kunststofffolien. Diese Nanorods dienen als
nahezu ideale "Lichtfallen" für die Energiewandlung von Licht in
elektrische Energie.
In Zeiten steigender Rohstoffpreise ist es notwendig, kostengünstige
erneuerbare Energiequellen zu entwickeln. "Die Photovoltaik ist da ein
wichtiges Standbein, da Sonnenenergie in nahezu unbegrenzter Menge zur
Verfügung steht" betont Arbeitsgruppenleiterin Christiansen. Mit den
bisher hauptsächlich verwendeten Solarzellen (so genannten
Siliziumwaferzellen) kann großtechnisch ein Wirkungsgrad von mehr als
18 Prozent erreicht werden. Allerdings erfordert die Herstellung
solcher Waferzellen selbst einen hohen Energie- und Materialeinsatz.
Im Rahmen von ROD_SOL wird nun ein Konsortium aus Industrie und
Forschungsinstituten den Weg in eine zukünftige Produktion von neuen,
kostengünstigeren und energieeffizienteren Dünnschicht-Solarzellen
bereiten. Damit könne, erläutert Physikerin Christiansen, mit
Nanorod-Schichten von nur wenigen tausendstel Millimetern "Dicke" die
Effizienz von heute ca. 10 Prozent auf über 15 Prozent gesteigert
werden, wenn das Material entsprechend optimiert wird.
Forscher der maßgeblichen europäischen Arbeitsgruppen auf dem Gebiet
der Materialwissenschaften sowie eine der weltweit führenden Gruppen
auf dem Gebiet der Nano-Photonik, Plasmonik und Photovoltaik aus den
USA werden in den nächsten drei Jahren an der Entwicklung und
Optimierung der Nanorod-basierten Solarzelle arbeiten. So ist zum
Beispiel der Durchmesser der Silizium-Nanorods entscheidend für die
Effizienz der Lichtabsorption. Des Weiteren ist die Umsetzung in
technisch realisierbare Solarzellkonzepte ein wesentliches Thema der
gemeinsamen Arbeit.
Der vollständige Titel des Projektes ROD_SOL lautet:
All-inorganic nano-rod based thin-film solarcells
Die Forschungspartner sind:
- Institut für Photonische Technologien ( IPHT), Deutschland
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Max Planck Forschungsgruppe), Deutschland
- Eidgenössische Materialprüfungsanstalt, Schweiz
- Hungarian Academy of Science Research Institute for Technical Physics and Material Science, Ungarn
- ARC - Austrian Research Center GmbH, Nano-System-Technologies, Österreich
- VTT Micro- and Nanoelectronics, Finnland
- California Institute of Technology, USA
Die Industriepartner sind:
- PICOSUN oy, Finnland
- Aixtron AG, Deutschland
- BiSOL d.o.o., Slowenien
- iSuppli Deutschland GmbH, Deutschland
Ihre Ansprechpartnerin:
PD Dr. Silke Christiansen
Telefon +49 (0) 3641 · 206 423
Mobil: +49 (0) 0179 689 41 82
Telefax +49 (0) 3641 · 206 499
silke.christiansen@ipht-jena.de



