Carl Zeiss-Forschungspreis 2009 für Professor Ignacio Cirac
Das Kuratorium des Ernst Abbe-Fonds der Carl Zeiss AG (Oberkochen) hat Herrn Prof. Ignacio Cirac, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Leiter der dortigen Abteilung Theorie, gemeinsam mit Prof. Rainer Blatt, Professor für Experimentalphysik an der Universität Innsbruck, "für ihre Arbeiten zu Quantenkommunikation und Quantencomputer" mit dem Carl-Zeiss Forschungspreis ausgezeichnet. Dieser 1988 von der Carl Zeiss-Stiftung ins Leben gerufene Preis wird alle zwei Jahre für herausragende Leistungen in der internationalen Optikforschung vergeben.
Prof. Ignacio Cirac wurde 1965 in der spanischen Stadt Manresa geboren.
Er studierte und promovierte an der Universidad Complutense de Madrid.
Seine wissenschaftliche Karriere begann er als Professor für Physik an
der Universidad de Castilla-La Mancha, von der er 2005 den Ehrendoktor
bekam. Er forschte unter anderem als Research Associate an der
Universität von Colorado (USA) und folgte dann einem Ruf an das
Institut für Theoretische Physik der Leopold Franzens Universität
Innsbruck. Seit 2001 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für
Quantenoptik und Leiter der dortigen Abteilung Theorie.
Ein Ziel seiner Forschung ist es, Experimente vorzuschlagen und zu
analysieren, bei denen es um die Aufdeckung interessanter
Quantenphänomene in atomaren Systemen geht. So können atomare Gase bei
sehr tiefen Temperaturen unter bestimmten Bedingungen exotische
Eigenschaften annehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung,
wie die Quantenzustände atomarer Systeme mit Hilfe von Lasern gesteuert
und manipuliert werden können. Im Mittelpunkt steht ferner die
Entwicklung einer Theorie der Quanteninformation, die als Basis für
verschiedene Anwendungen in der Datenverarbeitung und -übertragung
dienen kann, sobald mikroskopische Systeme auf Quantenniveau gesteuert
werden können. Die für die Quantenoptik entwickelten Konzepte werden in
der Abteilung Theorie auch auf andere Gebiete der Physik angewendet,
zum Beispiel, um das Verhalten von Vielteilchensystemen in der
Festkörperphysik (etwa die Supraleitung) besser zu verstehen.
Prof. Cirac ist Träger zahlreicher wissenschaftlicher Auszeichnungen.
2005 erhielt er den renommierten "Quantum Electronics Prize" der
European Science Foundation. Im Mai 2006 war er der bislang jüngste
Gewinner des königlich-spanischen Prinz von Asturien-Preises, und im
gleichen Jahr bekam er gemeinsam mit Prof. Peter Zoller (Universität
Innsbruck, Österreich) den "International Quantum Communication Award".
Der mit 25000 Euro dotierte Carl Zeiss-Preis wird im Herbst 2009 im
Rahmen einer feierlichen Veranstaltung an die Preisträger verliehen
werden.
Olivia Meyer-Streng
Kontakt:
Prof. Dr. Ignacio Cirac
Professor für Physik, TU München, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik
Hans-Kopfermann-Straße 1
85748 Garching
Telefon: +49 - 89 / 32905 705 / 736
Fax: +49 - 89 / 32905 336
E-Mail: ignacio.cirac@mpq.mpg.de
www.mpq.mpg.de/cirac



