Zeiss: 233 Millionen Euro Jahresüberschuss
2006/2007 Zuwächse bei Umsatz, Gewinn und Aufträgen / Standort Göttingen „voll ausgelastet“
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| Zeiss-Werk in Göttingen: Mikroskopie. CR |
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| Dieter Kurz EF |
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| Michael Kaschke EF |
Das vierte Jahr in Folge ist der deutsche Optikkonzern Carl Zeiss „beachtlich“ gewachsen. Die Vorstände Dieter Kurz und Michael Kaschke präsentierten gestern in Frankfurt die Bilanz für das Geschäftsjahr 2006 / 2007 (31. September).
Von Hanne-Dore Schumacher
Frankfurt/Göttingen. „Gesund sei die Bilanz“, erfuhren Finanz- und Wirtschaftsjournalisten gestern in Frankfurt. Ein „sehr erfolgreiches“ Jahr liege hinter Carl Zeiss. Auf 2,6 Mrd. Euro (+7%) sei der Umsatz des Optikkonzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr gestiegen. 83 Prozent davon machte Zeiss im Ausland. Der Jahresüberschuss habe mit 233 Mio. Euro eine Bestnote erreicht, ebenso der Auftragseingang mit 2,7 Mrd. Euro. Im Vergleich zum „ohnehin schon guten“ Vorjahr habe man auch kräftig beim Eigenkapital (erstmals mehr als 1 Mrd. Euro), bei der Eigenkapitalquote (30%) und bei der Liquidität (Netto 612 Mio. Euro) zulegen können, berichtete der Vorstandsvorsitzende Dieter Kurz (60).
Vor allem organisches Wachstum habe zum Erfolg beigetragen. Die Unternehmensbereiche Medizintechnik (638 Mio. Euro/+1%), Halbleitertechnik (1 Mrd. Euro/+21%), Industrielle Messtechnik (316 Mio. Euro/+14%), Markenoptik und Optronik (245 Mio. Euro/+5%) und die Zeiss-Beteiligung CZ Vision (844 Mio. Euro/+3%) verzeichneten Zuwächse, die für Göttingen wichtige Mikroskopie habe eine „fast Geradeausfahrt“ mit einem Umsatz von 323 Mio. Euro (-5%) erzielt.
Der Standort Göttingen sei voll ausgelastet, betonte der zuständige Vorstand Michael Kaschke (50) auf Tageblatt-Nachfrage: „Es brummt in Göttingen.“ Investitionen in Höhe von 5 bis 6 Mio. Euro würden jährlich in die Mikroskopie fließen, mehr als 80 Prozent davon nach Göttingen, versicherte Kaschke. Nach Asien verlagerte Produktion von einfachen Komponenten würde durch hochwertige Fertigungen am Standort Göttingen kompensiert. So sei beabsichtigt, Produktion im Bereich Laser-Mikrodissektion von München nach Göttingen zu verlagern.
In Göttingen arbeiten zurzeit, wie vor Jahresfrist, 600 Zeissianer. Weltweit waren es am Bilanzstichtag 12257 (+1000), 7965 davon in Deutschland. 417 Auszubildende sind in Deutschland unter Vertrag. 17 Mio. Euro Erfolgsprämie habe man an die Mitarbeiter ausgeschüttet und obendrein Genussscheine ausgegeben. Sie würden alljährlich in Abhängigkeit zur Umsatzrendite verzinst. Im Geschäftsjahr 2006/2007 habe Zeiss eine Umsatzredite von 14,5 Prozent erzielt, so dass die Genussscheine mit dem Höchstsatz von 20 Prozent verzinst wurden – seit drei Jahren, unterstrich Kurz.
„Für einen Mischkonzern ein hervorragender Wert“, beurteilte Finanzvorstand Kaschke die EBIT-Marge von 15 Prozent (Vorjahr 13%). Der Anstieg der Ertragskraft zeige sich auch im Cashflow vor Ertragssteuer mit 549 Mio. Euro (21% des Umsatzes). Breiten Handlungsspielraum für weiteres Wachstum ermöglichten die Finanzmittel in Höhe von 962 Mio. Euro zum Bilanzstichtag. Über beabsichtigte Zukäufe habe man jedoch „momentan nichts zu vermelden“, sagte Kurz.
Eine Eigenkapitalquote von 25 Prozent sei mittelfristig angestrebt gewesen, im Berichtsjahr habe sie bereits 30 Prozent der Bilanzsumme erreicht. Die Carl Zeiss Stiftung (Heidenheim) soll als Alleinaktionärin der Carl Zeiss AG (Oberkochen) eine Dividende von 10 Mio. Euro erhalten. Im April wird die Hauptversammlung über den Gewinnverwendungsvorschlag abstimmen.
„Gut aufgestellt“
Auch im laufenden Geschäftsjahr laute die Strategie „Ausrichtung auf Wertsteigerung“, kündigte Kurz an und erinnerte an Investitionen im Berichtsjahr in Höhe von 290 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung (11% des Umsatzes). In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2007/2008 habe der Konzern beim Umsatz um 12 Prozent, beim Auftragseingang um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen können. Kurz: „Wir sind sehr gut aufgestellt.“






