Lichtmikroskop für den scharfen Blick in die lebende Zelle installiert
Am Göttinger Exzellenzcluster Mikroskopie im Nanometerbereich ist ein neues Lichtmikroskop in Betrieb genommen worden, das lebende Zellen in einer Schärfe von rund 60 Nanometern beobachten kann. In erster Linie soll es eingesetzt werden, um die Signalübertragung zwischen Nervenzellen zu untersuchen.
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Im Gegensatz zum Konfokalmikroskop (links) lassen sich mit einem STED-Mikroskop (rechts) mit Botenstoffen gefüllte Vesikel getrennt voneinander beobachten. (Pfeile: Bewegungen der Vesikel in den darauffolgenden Bildern; Aufnahmezeit pro Bild: 35 Millisekunden; Quelle: Hell/MPIbpc) |
Göttingen – Dr. Silvio Rizzoli
und seine Nachwuchsgruppe am Exzellenzcluster „Mikroskopie im
Nanometerbereich“ sind die ersten Forscher, die das neue Leica
STED-Mikroskop für ihre Arbeiten einsetzen werden. Das 900 000 Euro
teure System soll einen tieferen Einblick in die molekularen Prozesse
der Signalübertragung ermöglichen und zudem einen Beitrag zur
Entschlüsselung der Ursachen humaner neurologischer und psychiatrischer
Störungen leisten.
Finanziert wurde das Mikroskop von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Mit dem STED-System wollen Dr. Rizzoli und sein Team den
Vesikel-Transport in den Synapsen der Nervenzellen erforschen, um die
Funktionsweise der komplexen Nervenzellnetzwerke besser verstehen zu
können. In der Vergangenheit war es den Wissenschaftlern bereits
gelungen, einzelne Zellkomplexe im Abstand von 20 bis 50 Nanometern
voneinander getrennt darzustellen. Die Zellen waren jedoch chemisch
fixiert. Mit den neuen Aufnahmetechniken konnten die Forscher erstmals
auch schnelle Bewegungsvorgänge der Vesikel innerhalb der Zelle mit
einer Auflösung von 65 bis 70 Nanometern sehen und auf Video aufnehmen.
Hochauflösende Bildgebung
Das Exzellenzcluster wird die Arbeiten am DFG-Forschungszentrum
Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB) erweitern, um die neue
Technologieplattform im Bereich der hochauflösenden Bildgebung zu
etablieren. An dem interdisziplinären Forschungszentrum sind Fakultäten
der Georgia Augusta und Forschungseinrichtungen am
Wissenschaftsstandort Göttingen beteiligt. Zu den
Forschungseinrichtungen gehört auch das Max-Planck-Institut für
biophysikalische Chemie, an dem Prof. Dr. Stefan W. Hell die Erfindung
der Stimulated Emission Depletion (STED) für das neue
hochleistungsfähige Lichtmikroskop entwickelt hat.




