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Lichtmikroskop für den scharfen Blick in die lebende Zelle installiert

Am Göttinger Exzellenzcluster Mikroskopie im Nanometerbereich ist ein neues Lichtmikroskop in Betrieb genommen worden, das lebende Zellen in einer Schärfe von rund 60 Nanometern beobachten kann. In erster Linie soll es eingesetzt werden, um die Signalübertragung zwischen Nervenzellen zu untersuchen.

Quelle: LaborPraxis, 13.05.2008


130x.jpg
Im Gegensatz zum Konfokalmikroskop (links) lassen sich mit einem
STED-Mikroskop (rechts) mit Botenstoffen gefüllte Vesikel getrennt
voneinander beobachten. (Pfeile: Bewegungen der Vesikel in den
darauffolgenden Bildern; Aufnahmezeit pro Bild: 35 Millisekunden;
Quelle: Hell/MPIbpc)

Göttingen – Dr. Silvio Rizzoli und seine Nachwuchsgruppe am Exzellenzcluster „Mikroskopie im Nanometerbereich“ sind die ersten Forscher, die das neue Leica STED-Mikroskop für ihre Arbeiten einsetzen werden. Das 900 000 Euro teure System soll einen tieferen Einblick in die molekularen Prozesse der Signalübertragung ermöglichen und zudem einen Beitrag zur Entschlüsselung der Ursachen humaner neurologischer und psychiatrischer Störungen leisten.
Finanziert wurde das Mikroskop von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Mit dem STED-System wollen Dr. Rizzoli und sein Team den Vesikel-Transport in den Synapsen der Nervenzellen erforschen, um die Funktionsweise der komplexen Nervenzellnetzwerke besser verstehen zu können. In der Vergangenheit war es den Wissenschaftlern bereits gelungen, einzelne Zellkomplexe im Abstand von 20 bis 50 Nanometern voneinander getrennt darzustellen. Die Zellen waren jedoch chemisch fixiert. Mit den neuen Aufnahmetechniken konnten die Forscher erstmals auch schnelle Bewegungsvorgänge der Vesikel innerhalb der Zelle mit einer Auflösung von 65 bis 70 Nanometern sehen und auf Video aufnehmen.


Hochauflösende Bildgebung
Das Exzellenzcluster wird die Arbeiten am DFG-Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB) erweitern, um die neue Technologieplattform im Bereich der hochauflösenden Bildgebung zu etablieren. An dem interdisziplinären Forschungszentrum sind Fakultäten der Georgia Augusta und Forschungseinrichtungen am Wissenschaftsstandort Göttingen beteiligt. Zu den Forschungseinrichtungen gehört auch das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, an dem Prof. Dr. Stefan W. Hell die Erfindung der Stimulated Emission Depletion (STED) für das neue hochleistungsfähige Lichtmikroskop entwickelt hat.

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