Physiker wollen dem Urknall lauschen
Exzellenzprojekt „Quest“ der Leibniz-Uni startet / Förderung von 40 Millionen Euro / 62 zusätzliche Stellen geschaffen
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Im
Labor: Hans Borst, Dieter Bitter-Suermann, Axel Haverich und Sylvia Merkert (v. l.). Surrey |
Was geschah nach dem Urknall? Was verbirgt sich hinter schwarzen Löchern? Wie sieht die nächste Generation von Erdbeobachtungssystemen aus? Und wann könnte es einen unvorstellbar schnellen Quantencomputer geben? Fragen über Fragen – darauf wollen die Physiker der Leibniz-Uni in ihrem Projekt „Quest“ eine Antwort finden. Im Herbst haben die Forscher um die Professoren Wolfgang Ertmer und Karsten Danzmann den Zuschlag in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern erhalten, am Freitag fiel nun der offizielle Startschuss.
„Mit Quest erhält die Wissenschaftslandschaft in Hannover eine einzigartige Prägung“, lobte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann bei der Festveranstaltung im Uni-Lichthof. Ertmer betonte, dass die hannoverschen Forscher mit ihrem Ansatz sogar ein „weltweites Alleinstellungsmerkmal“ hätten. Denn sie versuchen erstmals, die Quantenphysik, in der es um winzig kleine Teile von der Größe eines Atoms geht, mit Theorien zu verbinden, die die unendlichen Weiten des Universums beschreiben.
Rund 40 Millionen Euro erhalten die Exzellenzforscher über einen Zeitraum von fünf Jahren. 62 zusätzliche Stellen können eingerichtet werden. Acht neue Professuren sind bereits ausgeschrieben, zum Wintersemester sollen sie besetzt sein. Der größte Teil der Jobs ist für Nachwuchswissenschaftler vorgesehen: 31 Doktoranden und 17 sogenannte Post-Docs sollen eingestellt werden. Der Frauenanteil solle erhöht werden, sagte Ertmer. Die Labors im Uni-Hauptgebäude wurden bereits umgebaut und mit neuen technischen Geräten ausgestattet. Nach Ablauf der Förderperiode 2012 müsse die Arbeit von „Quest“ unbedingt weitergehen, wandte sich Ertmer an den Wissenschaftsminister. Und der sagte zu, dass zumindest das Land eine dauerhafte Förderung in Höhe von 25 Prozent der bisher gewährten Summen bereitstellen werde. Zudem werde es aller Voraussicht nach auf Bundesebene einen zweiten Exzellenzwettbewerb geben, in dem auch bereits laufende Projekte berücksichtigt werden sollen.
Wenig begeistert von dem Exzellenzprojekt zeigten sich Studenten, die vor der Uni gegen den „Elite-Zirkus“ protestierten. Sie traten auch als Zaungäste im Lichthof auf, beschränkten ihre Performance aber auf die Kaffeepause. „Rebirth“-Gebäude eröffnet: Auch für die Forscher des Exzellenzprojekts „Rebirth“ der Medizinischen Hochschule (MHH) gab es am Freitag Grund zum Feiern: Nach nur 14 Monaten Bauzeit konnte MHH-Präsident Prof. Dieter Bitter-Suermann den Neubau eröffnen, in dem die Wissenschaftler auf den Gebieten Stammzellforschung und Gewebezüchtung arbeiten werden. Den 13 Millionen Euro teuren Komplex, der nach dem früheren MHH-Chirurgen Hans Borst benannt wurde, hat die Braukmann-Wittenberg-Stiftung finanziert.




