Linsenwinzlinge für die Medizin
Zwei neue Firmen, Messepremieren und viel Hightech – acht Optik-, Photonik- und Lasertechnikunternehmen aus Göttingen und der Region stellten ihre Produkte auf der Optatec, der internationalen Fachmesse für Optische Technologien, in Frankfurt vor.
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| Blick ins Fußballinnere: Elke Schabbing (Nolte & Grzeszik) mit Endoskop. BEI |
Frankfurt - Im Februar gründeten vier Jungunternehmer die Firma Feinoptik Drammetal in Obernjesa. Sie führen nicht nur die Geschäfte, sondern sind auch in der Fertigung tätig und produzieren Kugel- und Halbkugellinsen aus hochwertigen Glassorten für Mikroskope und Endoskope. Die Feinoptiktechniker betonten auf ihrem Messestand, die Produktionsanlagen der Mikrooptiken aus Qualitätsgründen selbst zu konstruieren. Joachim Bankmann, Jungunternehmer von Sigma-Physik aus Duderstadt, prüft mechanische Spannungen auf beschichteten Optiken. Das hohe Messtempo inmitten der Fertigung sei einzigartig, versichert er. Den Stein ins unternehmerische Rollen brachte die Zusammenarbeit mit der Linos AG.
Als größter Aussteller hiesiger Firmen präsentierte sich Linos erstmals als Teil der Qioptiq-Gruppe. Entsprechend breit war die Palette optomechanischer Produkte, Systembauteile und Laser, unter denen Norbert Henze neue UV-Objektive hervorhebt. „Für Oberflächeninspektionen und Qualitätskontrollen von Halbleitermaterialien, beispielsweise in Prozessoren oder Solarzellen, sind diese sehr gefragt“, so der Leiter der Produktentwicklung während der Messe.
Licht als Skalpell
Zur Qualitätskontrolle spezieller Linsen, wie in Laserpointern oder Barcodelesegeräten, bringt Metrolux einen optischen Messplatz im Durchlichtverfahren auf den Markt. Zudem messen die Göttinger die Strahlqualität von Laserlicht, „wenn es als optisches Skalpell eingesetzt wird“, so Geschäftsführer Carsten Fischer.
Isco Precisions Optics, bekannt für Projektionsobjektive in Kinos, erschließt sich neue Märkte mit hoch auflösenden Optiken für die Industrie. „Wir übertragen 70 Jahre Entwicklungswissen auf unsere neuen High-Speed- und telezentrischen Objektive“, erklärt Projektmanager Jens Müller die Messepremiere. Das Unternehmen beschäftigt in Göttingen 100 Mitarbeiter, auch werde wieder ausgebildet.
Nolte&Grzeszik miniaturisiert Mikrooptiken. Linsen unter einem Millimeter Durchmesser machen Geräte für die Medizintechnik flexibler. Mikrochips werden immer kleiner und leistungsfähiger – Beispiel Pentium-Chips.
Das Laser-Laboratorium Göttingen (LLG) hat ein Messverfahren entwickelt, das die Langzeitstrahlungsstabilität von Quarz- oder Kalziumfluoridlinsen prüft. Über diese Linsen werden in Lithografieanlagen Chips belichtet, die „Strukturbreiten von nur noch 45 Nanometern aufweisen“, so Klaus Mann, Abteilungsleiter Optik im LLG. Die Mahr GmbH war auf der Optatec mit Anlagen vertreten, die entweder selbst optisch messen oder mit berührender Messtechnik optische Produkte prüfen. Das LD 120 beispielsweise tastet die korrekte Krümmung asphärischer Linsen ab und erstellt 3D-Bilder.
»«Von Wolfgang Beisert»«




