Braunschweiger Forscher sollen Flughäfen vor Anschlägen schützen
Bund fördert Sicherheits-Projekte von Wissenschaftlern und Unternehmen der Stadt mit 2,6 Millionen Euro
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| Die CKC-Vorstände Christian Krentel (rechts) und Karsten Kisser freuen sich über den Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Archivfoto: Rudolf Flentje |
Braunschweiger Institutionen und Unternehmen werden an vier Bundesprojekten der Sicherheitsforschung beteiligt. Das teilte der Braunschweiger Bundestagsabgeordnete Carsten Müller (CDU) mit.
Bei den Forschungsaufträgen dreht es sich um verbesserte Kontrolle im Bereich des Luft- und Fährverkehrs. Die Projekte befassen sich unter anderem mit Simulation von Bedrohungsszenarien und mit Gefahrenanalyse etwa von Flüssigkeiten.
Es fließen insgesamt 2,6 Millionen Euro nach Braunschweig. In das gesamte Programm "Forschung für die zivile Sicherheit" steckt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2010 rund 123 Millionen Euro.
In Braunschweig werden Technischen Universität, Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie das Unternehmen CKC aus dem Bundesprogramm gefördert.
"Die Kompetenz der Forschungsinstitute auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung unterstreicht Braunschweigs Stellung als führende Forschungsregion in Europa", sagt Müller. Müller ist Mitglied des Bundestags-Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.
Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und zur Vorbeugung von extremistischen Anschlägen seien sicherheitspolitische Innovationen von immenser Bedeutung. Müller sieht in der Sicherheitsforschung einen zukunftsträchtigen Bereich, in dem neue, zukunftssichere Arbeitsplätze in Braunschweig entstehen können.
Das sind die Projekte mit Braunschweiger Beteiligung:
Erkennen von explosiven Flüssiggefahrenstoffen im Gepäck von Flugpassagieren: Die Technische Universität mit ihrem Institut für Hochfrequenztechnik erhält 269 900 Euro und soll mit vier anderen Partnern Lücken in der Personen- und Gepäcküberprüfung beim Einchecken schließen.
In der Veröffentlichung des Bundesministeriums heißt es wörtlich: Bislang ist es ein Leichtes, explosive Gefahrenstoffe als harmlos erscheinende Flüssigkeiten in herkömmlichen Shampoo- oder Getränkeflaschen getarnt durch die Sicherheitssysteme an Flughäfen zu schmuggeln.
Die Aufgabenstellung lautet: Mobile Erkennungsverfahren sind notwendig, die zerstörungsfrei, berührungslos, ungefährlich und sensitiv gegenüber verschiedensten Gefahrstoffen sind. Im Klartext bedeutet das: Flüssigsprengstoffe sollen selbst in einer verschlossenen Flasche entdeckt werden.
Kontrolle von im Sicherheitsbereich tätigen Personals an Flughäfen: Das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erhält 998 100 Euro und soll federführend mit sechs Partnern ein System zur effizienten Kontrolle der Beschäftigten im sicherheitsempfindlichen Bereich entwickeln.
Wegen der neuen europäischen Sicherheitsverordnung kommt es an Kontrollstellen, so heißt es in einem Papier des Ministeriums, regelmäßig zu Warteschlangen und Engpässe, die sich auf die pünktliche Abwicklung des Flugverkehrs zum Beispiel wegen Verspätungen von Flugcrews negativ auswirken.
Ziel ist die Entwicklung eines in der Sicherheitskontrolle einsetzbaren Prototypen, der später auch in der Passagier-Sicherheitskontrolle einsetzbar ist.
Simulation von Bedrohungsszenarien und Sicherheitssystemen auf Flughäfen: Das Informationstechnik-Unternehmen CKC AG erhält 785 800 Euro und soll mit fünf Partnern erforschen, wie Sicherheitssysteme zum Schutz moderner Verkehrsinfrastrukturen optimiert werden können.
Es werden speziell bildverarbeitungsbasierte Überwachungssysteme überprüft. Es geht darum, für die zahlreichen an Flughäfen bereits installierten Videokameras zusätzliche Sicherheitspotenziale zu heben. Die Forschungsarbeit im Bereich Bildverarbeitung soll sich mit dem Erfassen von Risiko-Frühindikatoren befassen.
Mit der neuen Systematik, so formuliert das Bundesministerium das Ziel, soll ein leistungsorientiertes Risiko-Management ermöglicht werden, dass an die Stelle des heutigen, mittels Vorschriften gestalten Sicherheitssystems treten kann.
Verbesserung der Sicherheit in der Fährschifffahrt: Die Technische Universität mit ihrem Gauß-Informationstechnik-Zentrum erhält 124 400 Euro und soll mit sieben Partnern die Effektivität der Kontrollprozesse im Bereich der Zugänge zu Fährschiffen verbessern.
Dabei geht es vor allem darum, ein System zu entwickeln, mit dem verschiffte bewegliche Güter in Autos, auf Lastwagen oder in Eisenbahn-Waggons effizient kontrolliert werden können.
Das Forschungsvorhaben widmet sich speziell der Problematik terroristischer Bedrohung.




