Ein Leben für den Laser
Für sein Lebenswerk wird der Physiker und Laserspezialist Herbert Welling von der Stadt Garbsen ausgezeichnet.
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| Große Ehre für einen großen Wissenschaftler: Für sein Lebenswerk wird der Physiker und Laserspezialist Herbert Welling von der Stadt Garbsen ausgezeichnet. |
Seine Leidenschaft ist das Licht. Jenes Licht, das in gebündelter, energiegeladener Form als Laserstrahl eine immense Bandbreite an Anwendungen ermöglicht – vom Maschinenbau bis zur Medizin. «Herbert Welling» (79) hat die Entwicklung der Lasertechnik entscheidend vorangetrieben. Der emeritierte Physikprofessor der Leibniz Universität ist einer der drei Gründer des Laser Zentrums Hannover (LZH) in Marienwerder, das heute zu den international führenden Forschungsstätten dieses Fachgebiets gehört. Welling bereitete auch den Weg dafür, dass sich in Hannover ein Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik ansiedeln konnte. Und letztlich basieren alle Lasermessgeräte, mit denen Forscher weltweit nach Schwerkraftwellen suchen, um die Geheimnisse des Alls zu entschlüsseln, auf der von ihm eingeführten Technologie.
Bei dieser beeindruckenden Liste wissenschaftlicher Erfolge war eine Ehrung für sein Lebenswerk überfällig. Darin waren sich die 200 Gäste einig, die gestern Abend zur Verleihung des „Ehrenringes Garbsen“ ins dortige Rathaus gekommen waren, darunter die stattliche Anzahl von elf Festrednern von Wirtschaftsminister «Walter Hirche» (67) bis zu Uni-Präsident Prof. «Erich Barke »(61). Der Freundeskreis der hannoverschen Nachbarkommune vergibt den Bürgerpreis jedes Jahr – bisher an Physiknobelpreisträger «Theodor Hänsch» (66), Gewerkschaftschef «Hubertus Schmoldt» (63) und Neurochirurg Prof. «Madjid Samii» (71). Der Preisträger von 2007 war gestern unter den Gästen: Herzchirurg Prof. «Axel Haverich» (55) lobte Welling als Pionier für den Einsatz des Lasers in der Medizin, etwa für Verfahren zum schonenden Schneiden von Gewebe. Dass es auch die Schüler Wellings weit gebracht haben, betonte dessen Weggefährte, der emeritierte Maschinenbauprofessor «Heinz Haferkamp» (75).
Zwei von ihnen sind Prof. «Karsten Danzmann» (53), einer der führenden Köpfe im Exzellenzprojekt „Quest“ der Uni-Physiker, und «Jürgen Mlynek» (57), früher Professor in Hannover und heute Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten deutschen Wissenschaftsorganisation. Danzmann erinnerte sich an manche Lebensweisheit seines Mentors. In der Wissenschaft, so Wellings Rat, müsse man hartnäckig bleiben und die eigene Kompetenz nicht verschweigen: „Es nützt nichts, wenn Sie im dunklen Keller zwei Meter hoch springen, Sie müssen auch darüber reden.“ Mlynek hielt die Laudatio auf seinen „väterlichen Freund“, dessen Humor er lobte – und enthüllte Wissenswertes über Welling: „Er hat manchmal wie besessen 20 Stunden durchgearbeitet und sich für kurze Schlafpausen auf den kalten Fußboden gelegt.“ Das hat der Gesundheit des fast 80-Jährigen offenbar nicht geschadet. Mlynek weiß, warum. Für Welling habe stets ein Motto gegolten: „Man wird nicht krank.“ Und der Geehrte stellte klar, dass er das nicht zu ändern gedenkt und sich auch für die Zukunft noch einiges vorgenommen hat: „Wer meint, er sei am Ziel, der bleibt stehen.“
Von Juliane Kaune




