Forschung unter Beschuss
Das Deutsche Terahertz-Zentrum bezieht Stellung in der Diskussion um die Ganzkörperscanner
Braunschweig, 05.11.2008
Kein Zwang:
Niemand darf zum THz-Scan gezwungen werden. Für Menschen, die eine Durchleuchtung aus persönlichen oder religiösen Gründen ablehnen, muss immer die Möglichkeit einer konventionellen Abtastung durch das Sicherheitspersonal vorgehalten werden. Die Verwendung des THz-Scanners muss immer optional bleiben und kein Fluggast soll sich allein dadurch verdächtig machen, dass er die Benutzung verweigert. Die technische Abtastung mit Hilfe der THz-Technik soll als Ergänzung und vor allem als Beschleunigung der konventionellen Sicherheitsprozeduren eingesetzt werden.
Differenzierung:
Das Deutsche Terahertz-Zentrum kann und will nur zu den neusten Entwicklungen in der bildgebenden THz-Technik Stellung nehmen. Dazu zählt nicht die bereits zur Einsatzreife entwickelte Röntgen-Rückstreu-Technik. Fälschlicherweise wird in vielen Berichten nicht ausreichend zwischen THz- und Röntgen-Rückstreu-Scannern unterschieden, obwohl letztere bei sehr viel höheren Frequenzen mit ionisierender Röntgenstrahlung arbeiten. Auch im THz-Frequenzbereich sind sicherheitstechnische Anwendungen vielversprechend, jedoch ist die Technik noch Gegenstand aktueller Forschung. Im Vergleich zu hochaufgelösten Bildern der Röntgen-Rückstreu-Technik zeigt das mit einem THz-Scanner detektierte Bild den Menschen vielmehr in groben Pixeln mit seinen Konturen. Das Deutsche Terahertz-Zentrum würde sich darüber freuen, wenn die Medien hier ihrer journalistischer Sorgfaltspflicht gegenüber der breiten Öffentlichkeit nachkämen und deutlicher differenzierten.
Bewertung der Gesundheitsrisiken:
Das Deutsche Terahertz-Zentrum unterstützt die Meinung, dass gesundheitliche Risiken bei technischen Entwicklungen rechtzeitig erkannt und unbedingt berücksichtigt werden müssen. THz-Wellen sind anders als Röntgenstrahlung nicht ionisierend und weisen eine sehr geringe Energie auf. Um sicher zu sein, dass auch von höheren Strahlungsdosen keine Gefahr ausgeht, werden wie auch bei niedrigeren Frequenzen (Signale des Mobilfunks) weitere Studien durchgeführt. Dosis facit venenum - die Dosis macht das Gift. Seit Jahresbeginn läuft z.B. das Forschungsprojekt „Gentoxische Effekte von Terahertz-Strahlung in vitro" im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz. Unter Federführung des nationalen Messtechnikinstitutes (der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt) werden in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig, der Universität Würzburg und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung die nicht thermischen Wirkungen der THz-Strahlung auf Zelllinien untersucht. Bevor THz-Systeme am Menschen zum Einsatz kommen, müssen gesundheitliche Risiken ausgeschlossen sein.
Ethikfragen:
Bei aller Aussicht auf zusätzlichen Sicherheitsgewinn muss die Würde des Menschen gewahrt bleiben. Einen wichtigen Bestandteil des Forschungspro-grammes „Forschung für die zivile Sicherheit – Detektion von Gefahrstoffen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellt deshalb seit Ende 2007 ein rein ethisch motiviertes Projekt dar, das die technischen Vorhaben begleitet. Das THEBEN-Projekt (Terahertz-Detektionssysteme: Ethische Begleitung, Evaluation und Normenfindung) befasst sich mit den ethischen Aspekten, die mit der Verwendung von THz-Sicherheitssystemen einhergehen. Dort, wo diese Systeme am Menschen benutzt werden, soll es eine kritische Reflexion liefern, Implementierungsszenarien entwerfen und evaluieren sowie Anwendungsempfehlungen erarbeiten. Anders als vielfach dargestellt ist sich die THz-Forschergemeinde der Problematik von Anfang an bewusst gewesen und ging aktiv u.a. auf Ethiker zu. So wurden z.B. im Rahmen des EU-Projektes „Active Terahertz-Imaging for Security (Terasec)“ (Beginn 01.01.2005) bereits die ethischen Aspekte in der Entwicklung berücksichtigt.
Weiter Informationen zum Thema „Terahertz“ finden Sie auf unserer Homepage www.terahertzcenter.de.
Weiter Informationen zum Thema „Terahertz“ finden Sie auf unserer Homepage www.terahertzcenter.de.
Deutsches Terahertz-Zentrum e.V.
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Schleinitzstrasse 23b
38106 Braunschweig
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