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Physiker revolutioniert Mikroskopie

Der Göttinger Stefan Hell wird mit dem Niedersächsischen Staatspreis ausgezeichnet

Quelle: HAZ, 08.11.2008

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Stefan Hell in seinem Labor

Für seine bahnbrechenden Forschungen hat er bereits eine ganze Reihe von hochkarätigen Auszeichnungen erhalten, jetzt kommt noch eine weitere hinzu: Der Göttinger Physiker Stefan Hell wird am Montag in Hannover von Ministerpräsident Christian Wulff mit dem Niedersächsischen Staatspreis ausgezeichnet. Der 45-jährige Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen ist in diesem Jahr der einzige Preisträger.

Stefan Hell bekommt den Staatspreis für eine der wichtigsten Innovationen der vergangenen Jahre. Der Physiker hat die sogenannte STED-Mikroskopie erfunden, die vor allem den Lebenswissenschaften völlig neue Forschungsmöglichkeiten eröffnet. Er entwickelte ein Verfahren, mit dem er die mehr als ein Jahrhundert lang für unumstößlich gehaltene Auflösungsgrenze der Lichtmikroskopie (die sogenannte Abbesche Formel) überwinden konnte. Damit stieß er das Tor zur Nanowelt auf. Erstmals war es möglich, detaillierte dreidimensionale Einblicke in das Innere einer Zelle zu erhalten. Der „Revolutionär der Lichtmikroskopie“ hat mit seiner wissenschaftlichen Pionierarbeit weltweit Aufmerksamkeit erregt und bereits zahlreiche Preise erhalten, unter anderem den mit 250 000 Euro dotierten Zukunftspreis des Bundespräsidenten und den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Dieser gilt als bedeutendster Forschungspreis in Deutschland. Inzwischen hat das von dem Göttinger Max-Planck-Wissenschaftler entwickelte Verfahren bereits weite Verbreitung vor allem in der Grundlagenforschung der Biologie und Medizin gefunden. „Es ist eine der am schnellsten sich ausbreitenden Methoden in den Lebenswissenschaften, das geht wirklich rasant“, sagt Hell.

Der Preisträger, der am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie die Abteilung Nanobiophotonik leitet, arbeitet weiter auf diesem Gebiet. Dass er nun auch noch den Niedersächsischen Staatspreis erhält, habe ihn „riesig gefreut“, sagte Hell. Dies sei eine besondere Auszeichnung. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten geehrt, die sich durch ihr herausragendes Wirken in den Bereichen Kultur, Frauen, Soziales, Wissenschaft, Umwelt oder Wirtschaft um das Land verdient gemacht haben. Im vergangenen Jahr hatten der Künstler Heinz-Rudolf Kunze und die Leiterin des Experimentallabors XLAB in Göttingen, Eva-Maria Neher, die Auszeichnung erhalten.

Von Heidi Niemann «Göttingen.»
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