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Engere Kooperation gefordert

CDU-Mitglieder mit Volker Bouffier an der Spitze besuchen Launsbacher Unternehmen

Quelle: Gießener Anzeiger, 16.01.2009


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  Roland Mandler (2.v.l.) erläuterte Volker
Bouffier, Siegfried Fricke und Klaus Peter
Möller Feinheiten seine Produktportfolios.
Links Opto-Tech-Manager Thomas Krausgrill.
Bild: Eil

LAUNSBACH (eil). Einigkeit herrschte in der Einschätzung und Bewertung, dass Mittelhessen ein hervorragender Forschungs- und Produktionsstandort für viele innovative Technologien - Optik, Optoelektronik, Medizintechnik, Biotechnologie und vieles mehr - ist. Gleichfalls aber müsse konstatiert werden, dass kaum jemand das wisse. Weder in der heimischen Bevölkerung selbst und auch in der politischen Landeshauptstadt nicht, beklagte Roland Mandler, aus Kinzenbach stammender Gründer und bis heute Chef des im Launsbacher Sandusweg ansässigen Unternehmens Opto Tech Optikmaschinen GmbH, beim Besuch von Hessens Innenminister Volker Bouffier in seinem Unternehmen. Neben vielen heimischen CDU-Aktiven aus Senioren- und Junger Union waren auch Landtagskandidat Klaus Peter Möller sowie Kreisbeigeordneter Siegfried Fricke dabei.
Nach Mandlers Ansicht sind Schule und Bildung wichtige Bereiche, ebenso Felder wie Service und Dienstleistungen. Es bestehe aber die konkrete Gefahr, das Mittelhessen als Produktionsstandort vernachlässigt werde. Das produzierende Gewerbe sei aber letztlich die Basis wirtschaftlichen Erfolges. Und speziell in der Stadt Gießen sieht Mandler einen "sterbenden Produktionsstandort". Sein Unternehmen beispielsweise müsse weit ins bundesdeutsche Land gehen, um produzierende Unternehmen zu finden, die für Opto Tech in Launsbach die erforderlichen Teile fertigen und liefern könnten. Neben seiner Rolle als, so Mandler, Marktführer für Bearbeitungsgeräte in der optischen

Industrie arbeitet Opto Tech mit seinen 140 Mitarbeitern für Unternehmen und Konzerne der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt, der Halbleiterindustrie und anderen zusammen. Weltweit und mit einem Exportanteil am Umsatz, der bei 80 Prozent liegt.
Volker Bouffier gab Roland Mandler in Teilen Recht, widersprach ihm anderseits deutlich und lieferte für seine Sicht der Dinge die Argumente. Dass Mittelhessen in Wiesbaden nicht wahrgenommen werde, stimme natürlich nicht. Das Beispiel Opto Tech selbst beweise das Gegenteil, wurde das Unternehmen doch 2006 mit dem Innovationspreis des Landes ausgezeichnet.
Einerseits war sich Minister Bouffier mit Mandler einig, dass der nahe Flughafen Frankfurt als Tor zur Welt ein unverzichtbarer Standortfaktor auch für Mittelhessen ist. Weshalb, so der Minister, Rhein-Main auch dringlich ausgebaut werden müsse, damit Hessen Wirtschaftsland Nummer eins und Land mit den höchsten Einkommen pro Kopf in Deutschland bleiben könne. Anderseits habe gerade Mittelhessen das Pech, dass die Folgen der Gebietsreform aus den 70er Jahren nie aufgearbeitet wurden. Die Auflösung der Stadt Lahn habe mit dem Entstehen dreier Oberzentren auf engstem Raum (Gießen, Marburg und Wetzlar) und "vielen anderen dazwischen" für eine "Atomisierung" gesorgt, von der sich die Region bis heute nicht erholt habe.
Wiederum einig war sich Bouffier mit Mandler in der Notwendigkeit einer besseren und engeren Kooperation und Verzahnung zwischen allen Beteiligten in der Region Mittelhessen. Insbesondere zwischen Hochschulen und Wirtschaft, sprich zwischen Forschung und Produktion. Das Kooperationsgebot gelte aber für viele andere Bereiche bis hin zu den Industrie- und Handelskammern und den Sparkassen. "Damit Mittelhessen nicht Rhein-Main-Randgebiet ist und auf Dauer bleibt", so Bouffier. Die angeregte Diskussion mündete in einen Rundgang der Delegation unter Führung der Hausherrn durch die Hallen von Opto Tech.

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