Engere Kooperation gefordert
CDU-Mitglieder mit Volker Bouffier an der Spitze besuchen Launsbacher Unternehmen
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Roland Mandler (2.v.l.) erläuterte Volker Bouffier, Siegfried Fricke und Klaus Peter Möller Feinheiten seine Produktportfolios. Links Opto-Tech-Manager Thomas Krausgrill. Bild: Eil |
LAUNSBACH (eil). Einigkeit herrschte in der Einschätzung und Bewertung,
dass Mittelhessen ein hervorragender Forschungs- und
Produktionsstandort für viele innovative Technologien - Optik,
Optoelektronik, Medizintechnik, Biotechnologie und vieles mehr - ist.
Gleichfalls aber müsse konstatiert werden, dass kaum jemand das wisse.
Weder in der heimischen Bevölkerung selbst und auch in der politischen
Landeshauptstadt nicht, beklagte Roland Mandler, aus Kinzenbach
stammender Gründer und bis heute Chef des im Launsbacher Sandusweg
ansässigen Unternehmens Opto Tech Optikmaschinen GmbH, beim Besuch von
Hessens Innenminister Volker Bouffier in seinem Unternehmen. Neben
vielen heimischen CDU-Aktiven aus Senioren- und Junger Union waren auch
Landtagskandidat Klaus Peter Möller sowie Kreisbeigeordneter Siegfried
Fricke dabei.
Nach Mandlers Ansicht sind Schule und Bildung
wichtige Bereiche, ebenso Felder wie Service und Dienstleistungen. Es
bestehe aber die konkrete Gefahr, das Mittelhessen als
Produktionsstandort vernachlässigt werde. Das produzierende Gewerbe sei
aber letztlich die Basis wirtschaftlichen Erfolges. Und speziell in der
Stadt Gießen sieht Mandler einen "sterbenden Produktionsstandort". Sein
Unternehmen beispielsweise müsse weit ins bundesdeutsche Land gehen, um
produzierende Unternehmen zu finden, die für Opto Tech in Launsbach die
erforderlichen Teile fertigen und liefern könnten. Neben seiner Rolle
als, so Mandler, Marktführer für Bearbeitungsgeräte in der optischen
Industrie arbeitet Opto Tech mit seinen 140 Mitarbeitern für
Unternehmen und Konzerne der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrt,
der Halbleiterindustrie und anderen zusammen. Weltweit und mit einem
Exportanteil am Umsatz, der bei 80 Prozent liegt.
Volker Bouffier gab Roland Mandler in Teilen Recht, widersprach ihm
anderseits deutlich und lieferte für seine Sicht der Dinge die
Argumente. Dass Mittelhessen in Wiesbaden nicht wahrgenommen werde,
stimme natürlich nicht. Das Beispiel Opto Tech selbst beweise das
Gegenteil, wurde das Unternehmen doch 2006 mit dem Innovationspreis des
Landes ausgezeichnet.
Einerseits war sich Minister Bouffier mit Mandler einig, dass der nahe
Flughafen Frankfurt als Tor zur Welt ein unverzichtbarer Standortfaktor
auch für Mittelhessen ist. Weshalb, so der Minister, Rhein-Main auch
dringlich ausgebaut werden müsse, damit Hessen Wirtschaftsland Nummer
eins und Land mit den höchsten Einkommen pro Kopf in Deutschland
bleiben könne. Anderseits habe gerade Mittelhessen das Pech, dass die
Folgen der Gebietsreform aus den 70er Jahren nie aufgearbeitet wurden.
Die Auflösung der Stadt Lahn habe mit dem Entstehen dreier Oberzentren
auf engstem Raum (Gießen, Marburg und Wetzlar) und "vielen anderen
dazwischen" für eine "Atomisierung" gesorgt, von der sich die Region
bis heute nicht erholt habe.
Wiederum einig war sich Bouffier mit Mandler in der Notwendigkeit einer
besseren und engeren Kooperation und Verzahnung zwischen allen
Beteiligten in der Region Mittelhessen. Insbesondere zwischen
Hochschulen und Wirtschaft, sprich zwischen Forschung und Produktion.
Das Kooperationsgebot gelte aber für viele andere Bereiche bis hin zu
den Industrie- und Handelskammern und den Sparkassen. "Damit
Mittelhessen nicht Rhein-Main-Randgebiet ist und auf Dauer bleibt", so
Bouffier. Die angeregte Diskussion mündete in einen Rundgang der
Delegation unter Führung der Hausherrn durch die Hallen von Opto Tech.




