LINOS AG: Ära an der Börse erfolgreich beendet
LINOS, weltweit tätiger Hersteller anspruchsvoller optischer Systeme ist nicht länger an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Ende Juli 2009 sind sämtliche Aktien der noch verbliebenden Minderheitsaktionäre auf die Optco Akquisitions GmbH übertragen worden (Squeeze-Out). Das zur Qioptiq Group gehörende Unternehmen hatte bereits im Oktober 2006 mehr als drei Viertel der LINOS Aktien erworben.
„Damit hat die LINOS AG eine Ära, die im Jahr 2000 mit dem Börsengang begonnen hatte, erfolgreich beendet“, sagte Volker Brockmeyer, Vorstand der LINOS AG und Vice President der Optical Systems Division innerhalb der Qioptiq Gruppe. “Dieser Schritt ermöglicht es LINOS und Qioptiq, ihre internationalen Geschäftsaktivitäten weiter miteinander zu verschmelzen und gemeinsam noch stärker am Markt aufzutreten.“
Börsengang im September 2000
LINOS blickt auf eine bewegte Zeit an der Börse zurück: Am 4. September 2000 legte das Photonics-Unternehmen ein erfolgreiches Debüt auf das Parkett. Im Januar 2003 erhielt die LINOS AG die Zulassung zum Prime Standard der Deutschen Börse. Das Photonics-Unternehmen erreichte mit der Aufnahme in das Qualitätssegment eine gesteigerte Aufmerksamkeit bei nationalen und internationalen Investoren.
Übernahme durch die Qioptiq Gruppe
Den geeigneten Partner fand die LINOS AG schließlich mit der Qioptiq Gruppe, einer seit 2005 bestehenden Organisation von weltweit führenden Optik-Unternehmen mit Standorten in Europa, Asien und den USA: Im Sommer 2006 unterbreitete Qioptiq ein Übernahmeangebot. Im Oktober 2006 erwarb die Qioptiq Gruppe (über die Optco Akquisitions GmbH – kurz: Optco) mit Ablauf der Annahmefrist des Übernahmeangebotes 77,8 Prozent der ausstehenden Aktien. Die Übernahme war mit Erreichen der Mindestannahmequote erfolgreich.
Noch im selben Monat beantragte die LINOS AG den Wechsel vom Prime Standard in den General Standard der Deutschen Börse. Ein wesentlicher Grund für diese Entscheidung war, dass die LINOS Aktie für institutionelle Investoren, insbesondere im Ausland, durch den nur noch sehr geringen Freefloat deutlich weniger interessant geworden war. Die kostspielige Notierung im Prime Standard rechnete sich nicht mehr.
Im Dezember 2006 fand die Staffelübergabe im LINOS Vorstand statt: Prof. Dr. Gerd Litfin – mit dessen Namen der erfolgreiche Aufbau der Unternehmensgruppe eng verknüpft ist - wechselte zum 1. Januar 2007 in den Aufsichtsrat, Volker Brockmeyer, seit April 2002 im Vorstand der LINOS AG, ist seitdem Alleinvorstand.
Ein weiterer Meilenstein im ereignisreichen Jahr 2006 war der Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit der Optco Akquisitions GmbH im Dezember. Er wurde im Februar 2007 in einer außerordentlichen Hauptversammlung bestätigt. Im Rahmen dieses Vertrages bot Optco den außen stehenden Aktionären an, ihre Aktien gegen eine Barabfindung in Höhe von 16,54 EUR je Aktie zu erwerben.
Seit Sommer 2007 treten LINOS und Qioptiq gemeinsam auf dem Markt auf. Im Januar 2009 fand der Zusammenschluss der US-Tochter von LINOS Photonics mit der amerikanischen Qioptiq Imaging Solutions zu einer neuen Gesellschaft statt: der Qioptiq LINOS Inc. mit Sitz in Fairport, New York. Dieser Zusammenschluss war ein entscheidender Schritt bei der Integration von LINOS in die Qioptiq Gruppe und von großer strategischer Bedeutung für den ganzen Konzern.
Squeeze-out
Im April 2008 stellte Optco das förmliche Verlangen, dass die Hauptversammlung der LINOS AG die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die Optco Akquisitions GmbH als Hauptaktionärin gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung beschließt (Squeeze-out). Dieses Verlangen wurde dadurch ermöglicht, dass Optco einen Anteilsbesitz von mehr als 95 Prozent der LINOS Aktien nachweisen konnte. Die Barabfindung für die Minderheitsaktionäre wurde im Juni 2008 auf 22,97 EUR je Aktie festgesetzt.
Die Hauptversammlung der LINOS AG beschloss den Squeeze-out im August 2008. Einige Minderheitsaktionäre hatten dagegen Anfechtungsklage erhoben. Im Juli 2009 wurde der Freigabeantrag der LINOS AG zur beschleunigten Beschlussfassung rechtskräftig, so dass der Vorstand die Eintragung des Squeeze-out in das Handelsregister beantragen konnte.
Die Eintragung ist am 23. Juli 2009 erfolgt. Damit wurde der Squeeze-out wirksam. Die Optco Akquisitions GmbH ist seit diesem Zeitpunkt alleinige Aktionärin der LINOS AG. Die ausscheidenden Aktionäre haben eine Barabfindung in Höhe von 22,97 EUR je Aktie erhalten. Die Ära der Börsennoteriung der LINOS AG endete somit.



