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22. - 25. Mai 2012
 
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Ein Kabel für alle Fälle

Glasfaser statt Strom

Quelle: Spiegel Online, 25.09.2009

 

Bild1.jpgDieses Kabel hat es in sich: Eine vom Chiphersteller Intel als Light Peak titulierte Technik soll künftig sämtliche Computerkabel ersetzen und mehr leisten als die bisherigen Strippenstränge. Bevor es damit losgehen kann, sind allerdings noch ein paar wichtige Details zu klären.

 

Was hindert Ingenieure und Designer daran, Laptops noch dünner zu bauen, als manche heute schon sind? Ihre Schnittstellen, erklärte Intel-Manager Dadi Perlmutter auf der jährlichen Entwicklerkonferenz des Chipherstellers Intel (Intel Developer Conference, IDF) in San Francisco. Könnte man die Anschlussbuchsen, mit denen Netzwerk, Monitor und andere Geräte mit dem Computer verbunden werden, kleiner machen, womöglich ihre Anzahl reduzieren, wäre das Problem Geschichte. Natürlich hatte Perlmutter auch gleich eine Lösung parat: Ein dünnes weißes Kabel, das sich quer über die Bühne zog.Was bis dahin niemandem aufgefallen war: Die dünne Strippe war zwischen einem PC und einem Monitor gespannt, auf dem ein hochauflösendes Video ablief. Es handele sich dabei um ein Glasfaserkabel, und dies sei die Zukunft der Computerverbindungen, ließ Perlmutter verlauten. Mehrere Jahre hat Intels Forschungsabteilung Silicon photonics daran gearbeitet, diese Technik marktreif zu machen. Was dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen.

 

Die Datenübertragungsrate der Lichtleiter gibt das Unternehmen mit 10 Gigabit pro Sekunde an. Zum Vergleich: Ein schneller USB-Anschluss schafft knapp 0,5 Gigabit pro Sekunde, eine schnelle PC-Netzwerkschnittstelle bestenfalls 1 Gigabit pro Sekunde. Intel rechnet vor, mit dieser Geschwindigkeit könne man einen kompletten hochauflösenden Blu-ray-Film binnen 30 Sekunden kopieren. Und auch die mögliche Länge der verwendeten Kabel wird durch die Lichttechnik erheblich gesteigert. Darf etwa ein USB-Kabel maximal fünf Meter lang sein, erlaubt es Intels Technik, bis zu 100 Meter lange Strecken zu überbrücken.

 

Ein Kabel oder viele?

 

Bild2.jpgWie die Light-Peak-Technik letztlich eingesetzt werden wird, ist offenbar selbst Intel noch nicht vollkommen klar. In der Praxis könnte es verschiedene Möglichkeiten geben, die Glasfasertechnik zu nutzen. Am einfachsten wäre es wohl, die derzeit an einem PC vorhandenen Anschlüsse durch optische Schnittstellen zu ersetzen. So könnte man von Übertragungskapazität und Kabellänge profitieren, müsste aber immer noch mit einem ganzen Bündel von Kabel hantieren. Die Alternative wäre es, nur ein Kabel aus dem PC herauszuführen, dessen Signale erst von einem Hub an die verschiedenen Endgeräte verteilt werden.

 

Letztlich hofft Intel auf diese Weise sämtliche Geräte, die nicht drahtlos mit dem PC kommunizieren, an den Rechner anschließen zu können. Egal ob Monitor, Festplatte oder Scanner, via Lichtleiter soll alles gehen. Möglich macht das die Fähigkeit der Light-Peak-Technologie, mehrere Übertragungsprotokolle parallel zueinander auszuführen. Und Bandbreite bietet das Lichtkabel ohnehin genug.

 

Bevor es aber soweit sein wird, dass eine einzige dünne Leitung ausreicht, einem Computer alle notwendigen Verbindungen zur Außenwelt bereitzustellen, dürfte es realistisch betrachtet noch einige Jahre dauern. An der Hardware liegt das allerdings nicht. Bereits 2010 will der Chiphersteller PC-Bausteine ausliefern, die Light-Peak-fähig sind. Light-Peak-PC wird es dann aber noch lange nicht geben.

 

Bevor solche Geräte auf den Markt kommen, muss die von Intel im Alleingang entwickelte Technik erst einmal standardisiert werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass am Ende Geräte unabhängig vom Hersteller problemlos miteinander via Glasfaser kommunizieren können, ohne dabei andere Geräte zu stören. Laut Intel hat man bereits vor einigen Monaten damit begonnen, andere Firmen über Light Peak zu informieren. Sony hat sich sogar schon zu einer Versicherung begeistern lassen, die neue Technik einsetzen zu wollen. Bleibt nur abzuwarten, wie lange es dauern wird, die Wünsche aller Beteiligten unter einen Hut - sprich Standard - zu bekommen. Beim W-LAN-Standard IEEE 802.11n hat dieses Prozedere immerhin sechs Jahre gedauert.

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