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22. - 25. Mai 2012
 
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PERFEKT für Sicherheit und Wirtschaft – Göttinger Wissenschaftler suchen den Nachfolger des Strichcodes

Strichcodes auf Produkten gehören zu unserem Alltag, doch sie können leicht gefälscht werden- auch auf Produkten, auf deren Qualität wir uns verlassen müssen. Göttinger Wissenschaftler aus dem Laser-Laboratorium (LLG) koordinieren ein 2 Millionen € schweres Projekt, dass vielleicht Leben retten kann

Quelle: Pressemitteilung Laser-Laboratorium Göttingen GmbH, 31.03.2010

 

Partner Perfekt.JPGSeit über 30 Jahren sind Strichcodes ein fester Bestandteil unseres Alltages. Wir finden sie als aufklebbare Etiketten oder direkt gedruckt auf den Preisschildern für Kleidung, Möbel, Spielwaren, Zeitschriften, Lebensmittelpackungen – alles, was wir kaufen, ist mit einem Strichcode (oder „Barcode“) ausgezeichnet. Entsprechende Geräte lesen aus Anzahl und Breite der Striche und weißen Freiräumen dazwischen einen Zahlencode heraus, der Auskünfte über das Herkunftsland, den Hersteller, den Namen des Produktes und seinen Preis liefert.
Das System hat sich in den vergangenen 30 Jahren oft bewährt, aber auch Mängel gezeigt: Ein Strichcode kann leicht gefälscht werden; die Zahlenkombinationen und ihre Bedeutungen sind genormt und diese Normen sind frei einsehbar. Mit einem Drucker können sie leicht auf einer Verpackung angebracht oder als Aufkleber hergestellt werden.
Fälschungen sind aber nicht das einzige Problem, mit dem die Industrie zu tun hat. Bei vielen Produkten ist es schon schwierig, sie überhaupt direkt zu kennzeichnen. Drucken kann man bekanntlich nicht auf jedem Material, und Aufkleber sind leicht abzulösen. Außerdem sind viele Gegenstände auch kleiner als der genormte Strichcode und können nur durch ein zusätzliches Etikett ausgezeichnet werden. Ist ein Produkt also erst einmal aus der Verpackung herausgenommen oder vom Etikett befreit, sind die Strichcode-Informationen verloren.
Was bei kleineren Alltagsgegenständen höchstens ärgerlich ist, weil man etwas umtauschen möchte und die Verpackung nicht mehr hat, kann bei sicherheitsrelevanten Produkten dramatische Konsequenzen haben. So werden zum Beispiel Bauteile für Autos, Güter- und Personenzüge oder Flugzeuge nach strengen Sicherheitskriterien gebaut und oft geprüft, billige Fälschungen hingegen bieten kaum Sicherheit und sind vom Erscheinungsbild her so gut wie nicht vom Original zu unterscheiden. Die Qualität von Baumaterialien wie Stahlträgern von Brücken muss ebenfalls hohen Standards entsprechen, doch minderwertiges Material ist schwer zu erkennen. Auch große Maschinen in der Produktion müssen einwandfrei gebaut sein, um Unfälle zu vermeiden. Im Augenblick jedoch gibt es jedes Jahr in Deutschland etwa 4000 Arbeitsunfälle, die durch minderwertiges Material verursacht werden. All diese Risiken können mit den momentan genutzten Methoden noch nicht erfolgreich ausgeschlossen werden.

Göttinger Forscherinnen und Forscher haben in den letzten 2 Jahren nach einer Möglichkeit gesucht, um diese Punkte entscheidend zu verbessern. Im Laser-Laboratorium wird schon lange an den Möglichkeiten geforscht, die die Nanostrukturierung bietet. Winzig kleine Strukturen können mit Lasertechnologie auf verschiedenen Materialien angebracht werden, sie können zahlreiche Informationen beinhalten und sind nicht fälschbar. Diese Technologie wurde bisher hauptsächlich für wissenschaftliche Zwecke genutzt, doch in diesem Jahr wird ein Forschungsprojekt gestartet, das die Türen zur Industrie öffnet. Die Kooperationsverträge dafür wurden vor kurzem unterzeichnet. Gemeinsam mit der Fachhochschule Bielefeld und 5 Industriepartnern haben die LLG-Abteilungen „Ultrakurzpuls-Photonik“ unter der Leitung von Herrn Dr. Peter Simon und „Nanostrukturen“ unter der Leitung von Herrn Dr. Jürgen Ihlemann das Verbundprojekt „PERFEKT – Holographische Lasertechnologie zur fälschungssicheren Produktkennzeichnung“ initiiert. Die Arbeit der beiden wissenschaftlichen Institute und der Firmen Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG, 3D Micromac AG, SURA Instruments GmbH, Olpe Jena GmbH und Kappa opto-electronics GmbH wird vom Laser-Laboratorium aus koordiniert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) mit etwa 1,2 Millionen Euro gefördert.
Zahlreiche Fachleute werden in den nächsten 2 Jahren an einer neuartigen Sicherheitstechnologie arbeiten, die nicht nur Fälscher abschreckt, sondern auch leicht zu realisieren ist. Hauptziel ist es, mit der Nanostrukturierung kleine Markierungen auf metallischen Gegenständen anzubringen, die nicht gefälscht werden können. Dabei sind diese Details hundertmal kleiner als ein menschliches Haar, was auch andere Anwendungen – wie die unauffällige Kennzeichnung von wertvollem Schmuck – möglich macht. Die Markierungen werden mit einem Laser sozusagen eingebrannt und bleiben darum dauerhaft auf den Produkten. Die Informationen können mit speziellen Kameras ausgelesen werden. Eine perfekte Lösung zur Bekämpfung eines großen Risikos, die sogar Leben retten kann.
Pressebericht Perfekt Logos-1.JPG

Ansprechpartner:

Dr. Peter Simon
Abteilungsleiter Ultrakurzpuls-Photonik
Tel.: +49(0)551/5035-21
Fax: +49(0)551/5035-99
Email: Peter.Simon@llg-ev.de

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