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Verschwinden der Glühlampe bietet Chancen für helle Köpfchen

Optoelektronik: Licht kann mehr als leuchten. Ein Ingenieur der Optoelektronik/Lasertechnik nutzt es auch zum berührungslosen Messen in der Diagnostik. Was er dazu immer braucht, ist Elektronik, etwa zum Erzeugen oder Modulieren von Licht. Optik und Elektronik bilden in der Optoelektronik ein unschlagbares Team. Marcel Knopf hat das studiert.

Quelle: VDI Nachrichten, 13.08.2010

 

Das Ende der Glühlampe hat bereits begonnen. Die 100-W-Version darf schon nicht mehr verkauft werden, bis September 2012 müssen europaweit alle Glühlampen jeglicher Stärke aus den Regalen verschwunden sein. Der Grund: Die traditionelle Birne braucht zu viel Strom, deren Produktion wiederum schadet der Umwelt. Techniker argumentieren so: Nur 5 % der eingesetzten elektrischen Energie erzeugen Licht, der große Rest verpufft als Wärme.

 

Eine deutlich bessere Energiebilanz haben Halogen-Energiesparlampen und LEDs, die Abkürzung steht für Light Emitting Diode. Leuchtdioden wandeln elektrische Energie in Licht um. Wärme entsteht so gut wie nicht, das weiße Licht wirkt manchmal zwar noch etwas kalt, doch mit unterschiedlichen Dioden lassen sich verschiedene Farben erzeugen. LEDs werden bislang vor allem für dekorative Akzentbeleuchtungen genutzt, sie eignen sich aber auch als Glühlampenersatz. Marcel Knopf setzt höchst professionell alles mögliche mit LEDs ins rechte Licht.

 

Der 30-Jährige hat an der Hochschule Aalen zunächst Optoelektronik studiert, anschließend den Master-Studiengang Photonics – die Lehre vom Licht – angehängt. Seit Januar 2010 arbeitet er bei Richter Lighting Technologies in Heubach, einem mittelständischen Unternehmen mit rund 15 Mitarbeitern, das Beleuchtungslösungen mit LEDs entwickelt: beispielsweise im Auftrag eines Architekten Trennwände, die in einer Richtung in den Farben und mit dem Logo des Kunden leuchten, Exponate für Messen oder ganze Bürokomplexe. „Licht wirkt stimulierend und man kann auf die Psyche des Menschen durch unterschiedliche Intensität und Farben Einfluss nehmen. Ich wurde eingestellt, um ein Lichtlabor aufzubauen und es anschließend zu betreuen. Es wird zur Entwicklung eigener Produkte dienen und wir bieten es Dritten für Messungen an.“ Das Wissen aus dem Studium hilft ihm bei seiner Arbeit.

 

In der Optoelektronik – einer Wortverbindung aus Optik und Elektronik – werden optische in elektronische Signale umgewandelt und umgekehrt. Die Stromerzeugung mittels Solarzellen ist eine ganz typische Anwendung für diese Technologie. Andere sind optische Diagnosegeräte in der Medizin, Glasfasernetze für den Datenverkehr und Messtechnik mit höchster Präzision. Laser erzeugen gebündeltes Licht und sind damit ein Teil der Optoelektronik. Deshalb wurde der Name des Aalener Studiengangs Optoelektronik vor einiger Zeit um Lasertechnik erweitert. Schon davor war diese Ausbildung in Deutschland einzigartig: An keiner anderen Hochschule gibt es diesen als grundständigen Studiengang.

 

Die Ausbildung ist ebenso breit wie die Möglichkeiten der Kombination von Optik mit Elektronik, und die Herausforderungen im Studium vergleichbar mit denen anderer Ingenieurdisziplinen: Es setzt technisches und physikalisches Grundverständnis voraus sowie die Bereitschaft, Mathematik anzuwenden.

 

Den Studiengang gibt es seit 1991 und jährlich schließen etwa 35 Studenten ihr Studium ab. „Die Absolventen finden selbst in der aktuellen schwierigen Lage recht schnell einen Job“, weiß Studiendekan Peter Zipfl aus Aalen. Diese Berufswahl sieht er zudem als eine Investition in die Zukunft an: „Photonischen Technologien wird in mehreren Untersuchungen ein überdurchschnittliches Wachstum prognostiziert.“

 

Durch die Umstellung von Glühlampen auf LED würden beispielsweise neue Einsatzbereiche in der Lichttechnik entstehen. Zipfl ist davon überzeugt, dass sein ehemaliger Student Marcel Knopf eine kreative Herausforderung gefunden hat. Der junge Mann will in seinem Labor künftig mit Licht spielen, etwa die Intensität und den Farbton der Tageszeit anpassen.

 

  PETER ILG

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