Der Zukunft auf der Fährte
Im Bereich der optischen Technologien gehört Deutschland zu den führenden Nationen. Die Branche gilt als innovativ und hat jede Menge Zukunftspotenzial.
Quelle: Abi, Juni 2010
| Absolventen der Photonik haben sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Foto: WillmyCC |
Millionstelmillimeterbereich
Der erste Eindruck, den Manuel Hänle in einem Studienpraktikum von der Photonik bekam, prägt ihn noch heute: „Ich war beeindruckt von der Genauigkeit, mit der man mit Hilfe von optischen Technologien Werkstücke bearbeiten kann“, sagt der 30-Jährige. „Man arbeitet im Tausendstel- und Millionstelmillimeterbereich.“ Heute hat er sein Studium in Optoelektronik abgeschlossen und forscht im Rahmen seiner Dissertation am „Zentrum für Optische Technologien“ (ZOT) der Hochschule Aalen zum Thema „Simulation einer Präzisionsoptik“. Die Forschungseinrichtung ist darauf spezialisiert, neue Fertigungsverfahren für innovative Optikkomponenten, wie es zum Beispiel Laserspiegel, Teleskopspiegel oder Linsen für Kameraobjektive sind, zu entwickeln – in enger Zusammenarbeit mit Firmen der Optischen Industrie.„Meine Aufgabe ist es, einen Fertigungsprozess zu entwickeln, mit dem man Spiegelflächen wirtschaftlich, also in kurzer Zeit, herstellen kann“, erklärt Manuel Hänle. Solche Spiegel befinden sich später beispielsweise in Teleskopspiegeln oder in Satelliten. „Dazu nutzen wir optische Fertigungsverfahren.“ Nach knapp drei Jahren Entwicklungszeit sagt er stolz: „Das Projekt steht kurz vor dem Abschluss.“
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| Manuel Hänle Foto: Privat |
Ein vielversprechender Arbeitsmarkt
Das bestätigt auch Arbeitsmarktspezialist Ralf Beckmann von der Bundesagentur für Arbeit: „Da Forschung und Entwicklung einen breiten Raum einnehmen, bieten sich hervorragende Beschäftigungsperspektiven für Hochschulabsolventen wie etwa Physiker oder Ingenieure, die Optoelektronik als Studienschwerpunkt wählen. Gut ausbildete Fachexperten können sich über sehr gute Chancen am Arbeitsmarkt freuen.“
Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich aber nicht nur Akademikern, wie Arbeitsmarktspezialist Ralf Beckmann betont: „Auch in handwerklichen und industriellen Ausbildungsberufen spielen optische Technologien wie zum Beispiel Laser-, Sensor- oder Informationstechnik zunehmend eine wichtige Rolle im Arbeitsalltag.“
Die Arbeitsmarktchancen sind also vielversprechend. „Bereits heute sind im Bereich der Optik-Branche nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung etwa 120.000 Menschen tätig, vor allem bei Laserherstellern, Herstellern optischer Komponenten und Systeme sowie in der Beleuchtungsindustrie“, erläutert Ralf Beckmann.
Dass die Unternehmen Absolventen „der ganzen Bandbreite“ suchen, zeigt die Linos Photonics GmbH & Co. KG, ein Hersteller anspruchsvoller optischer Komponenten, Baugruppen und Systeme. „Wir benötigen Diplom-Ingenieure der Fachrichtungen Feinwerktechnik, Mechatronik und Maschinenbau ebenso wie Absolventen der (Technischen) Physik, Optoelektronik oder Photonik. Daneben suchen wir Wirtschaftsingenieure und Betriebswirte“, sagt Personalreferentin Sonja Kellerer. Bei Linos arbeiten diese zum Beispiel als Konstrukteure, Optikdesigner, Prozesstechniker, technische Projektleiter oder als Vertriebsingenieure. Und auch Berufsausbildungen bietet das Unternehmen an: „Feinoptiker ist beispielsweise ein anspruchsvolles Berufsbild, das auch für Abiturienten interessant ist“, sagt Sonja Kellerer.
Licht am Ende des Tunnels
Deutschland gehört auf dem Gebiet der Photonik weltweit zu den führenden Nationen. Im Jahr 2009 wurden Produkte der Optischen Technologien im Wert von rund 18 Milliarden Euro hergestellt. Damit stieg die Produktion von 2005 bis 2009 um mehr als zwölf Prozent. Gegenüber 2008 jedoch war ein Rückgang zu verzeichnen, wie Eckhardt Heybrock, Branchenexperte beim VDI Technologiezentrum, weiß: „Bedingt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise sind die Umsätze zwar zurückgegangen, doch der Markt erholt sich wieder. Der Gesamtanstieg bleibt positiv.“ Bis 2015 rechnet die Branche weltweit mit einem durchschnittlichen Wachstum von 7,6 Prozent jährlich. „Alleine die Wirtschaft wird in den nächsten zehn Jahren 20 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren“, weiß Eckhardt Heybrock.
Auch Sonja Kellerer von Linos kennt den Markt: „Die Kundennachfrage steigt wieder langsam an, so dass wir ein Licht am Ende des Tunnels sehen.“



