Tumore schneller aufspüren
Ein mikroskopischer Bildsensor soll sich künftig für die Krebsdiagnose einsetzen lassen.
Um Krebs zuverlässig zu diagnostizieren, führen Ärzte meist eine Biopsie inklusive Gewebeuntersuchung durch – ein zeitraubendes Verfahren. Ein mikroskopischer Bildsensor, montiert in ein Endoskop, soll sich künftig für die in-vivo-Krebsdiagnose einsetzen lassen.
Tumore könnten so schnell entdeckt werden.
Früherkennung ist noch immer das Mittel der Wahl, um Krebs erfolgreich zu bekämpfen. Doch nicht hinter jedem Knoten verbirgt sich ein bösartiger Tumor. Um festzustellen, ob Krebszellen vorhanden sind, nehmen Ärzte in der Regel eine Biopsie vor und untersuchen das entnommene Gewebe anschließend unter dem Mikroskop. Dieses Verfahren ist nicht nur für den Patienten psychisch sehr belastend, sondern auch zeitaufwändig. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden wollen die Krebsdiagnose jetzt erheblich beschleunigen. Ermöglichen soll dies ein neu entwickelter Mikroskopkopf, der einen Durchmesser von lediglich acht Millimetern hat. Er kann Gewebezellen mit einer Größe von nur 10 bis 20 Mikrometern optisch auflösen und darstellen. Eingepasst in die Spitze eines Endoskops lässt er sich künftig für die in-vivo-Krebsdiagnose nutzen und wie bei einem minimalinvasiven Einsatz in den Körper einführen. Die Vision der Wissenschaftler: Der MEMS-basierte Mikroskopkopf, kurz für Micro Electro Mechanical Systems, soll Biopsien überflüssig machen. Durch eine »Diagnose in Echtzeit« könnten Mediziner sich rasch für die notwendige Therapie entscheiden.
Der Mikroskopkopf liegt bereits als Demonstrator vor. Zu sehen ist er auf der Messe Optatec in Frankfurt vom 15. bis 18. Juni (Halle 3, Stand D50).
Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme
Dr.-Ing. Michael Scholles
Telefon: +49 351 8823-201
Ines Schedwill
Telefon: +49 351 8823-238
Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft



