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Gigabit für Jeden – Die Vision einer „Gigabit Society“

Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut: Die Glasfaser bringt die entscheidende Bandbreite für den Standort

Quelle: OpenPR, 01.03.2010

 

CeBIT 2010 - Die rasant wachsende Nutzung des Internets in Wirtschaft und Freizeit lässt erkennen, dass absehbar Netzkapazitäten von 1 Gigabit pro Sekunde und mehr notwendig sein werden, um den Anforderungen zu genügen. Industrienationen wie Japan, die USA, Südkorea, aber auch europäische Länder wie Schweden oder die Schweiz und auch einige lokale Anbieter in Deutschland haben damit begonnen, Glasfaser-Netze bis zum Anwender zu verlegen. Die notwendigen Technologien für die Modernisierung der Kommunikationsinfrastruktur sind – auch in Deutschland – vorhanden. Jetzt gilt es eine Vision zu entwickeln, die die notwendigen Potenziale für die Gestaltung der Gesellschaft weckt.


Die Gesellschaft hungert nach Bandbreite! Immer mehr Geschäftsprozesse in Wirtschaft und Verwaltung werden digitalisiert. Immer mehr Software und Rechnerkapazität wird direkt aus dem Netz gezogen. Immer mehr Zukunftskonzepte für intelligente Administration bauen auf das Internet. Immer mehr Menschen wollen mobil telefonieren und mobil surfen. Immer mehr Multimedia-Anwendungen in der Unterhaltungsbranche entstehen. In allen gesellschaftlichen Bereichen wächst der Bedarf nach einer Kommunikationsinfrastruktur, die flexibel und den Anforderungen entsprechend skalierbar ist – und die gleichzeitig den Energiebedarf in Grenzen hält.

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Die deutsche Politik hat sich in der aktuellen IT-Strategie des Bundes das Ziel gesetzt, dass bis Ende des Jahres 2010 eine Übertragungsrate von 1 Megabit pro Sekunde (1 Mbit/s) für jeden Bürger und bis zum Jahr 2014 50 Mbit/s für Dreiviertel der Bürger zur Verfügung steht.

Die Experten des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts (HHI), die über rund 30 Jahre Kompetenz und Erfahrung in der Optischen Nachrichtentechnik verfügen, sind sich einig: Diese angestrebten Übertragungsraten reichen bereits heute nicht mehr aus! Erst mit Anschlusskapazitäten von 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) bzw. 10 Gbit/s je Teilnehmeranschluss bleibt die Wirtschaftsnation Deutschland im weltweiten Vergleich wettbewerbsfähig.

Um dies zu erreichen, gibt es aus Sicht des Fraunhofer HHI nur eine Option: Die konsequente Favorisierung und Realisierung von Glasfaser-Infrastrukturen und optischer Technologie bis hin zum Teilnehmer. Die Technologie dafür ist bereits entwickelt und vorhanden. Sie muss nur
eingesetzt und genutzt werden.

Die „Gigabit Society“?

Neue Denkmodelle beginnen bei Bandbreiten von 1 Gbit/s. Nur so sind eine schnelle Internetnutzung mit kurzen Reaktionszeiten, der schnelle Abgleich großer Datenmengen innerhalb von Unternehmen und Behörden, der Transport hoch aufgelöster Bilder und Filme in der Wirtschaft, im Gesundheitswesen und im Privatbereich zu bewältigen – und neue Anwendungen mit neuen Business-Modellen denkbar. Flexible und skalierbare ITK-Infrastrukturen sind heute der entscheidende Faktor für die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft – und zwar auf jedem Gebiet. Die Grundlage dafür bietet die „Gigabit-Gesellschaft“.

„Gigabit“ ist ein wichtiger Standortfaktor, sorgt für weniger Umweltbelastung, ermöglicht eine Verringerung der digitalen Spaltung und ist die Grundlage für die Nutzung anderer innovativer Technologien, z. B. im Energiebereich. Mit der Vision der „Gigabit Society“ möchte das Fraunhofer HHI den nächsten Schritt aufzeigen und dazu anregen, alle Kräfte zu nutzen, die aus einer Vision Realität machen können. Vor allem mit Blick auf die Situation in anderen Industrienationen und den drohenden Verlust an Wettbewerbsfähigkeit braucht Deutschland die Vision „Gigabit für Jeden“.

Vergleich mit anderen Industrienationen

Andere große Wirtschaftsnationen arbeiten derzeit daran, hohe Bandbreiten in die Fläche zu bringen. Südkorea hat die Devise aus - gegeben, umgehend 1 Gbit/s für jeden Haushalt bereit zu stellen. Auch die Schweiz und Schweden haben mit dem Aufbau der Glasfaser-Infrastruktur begonnen. Die Agenda 2020 der Europäischen Union sieht eine deutliche Stärkung der Optischen Technologien vor. Auch seitens der Wirtschaft gibt es Pläne: Das Internet-Unternehmen Google plant den Aufbau eigener Glasfaser-Netze bis in die Haushalte, um neue hochbitratige Anwendungen zu entwickeln.

Technologien sind vorhanden

Technologisch gesehen ist Deutschland in der Lage, die Vision in die Tat umzusetzen. Allein das Fraunhofer HHI liefert optische Komponenten für den Gigabit-Bereich, die deutsche Unternehmen sogar zu Weltmarktführern gemacht haben. Was fehlt ist strategisches Denken und Handeln. Gefragt sind z. B. Kooperationsmodelle von Wirtschaft und öffentlichen Dienstleistern. Wie beispielsweise in Schleswig-Holstein, wo Stadtwerke Glasfaser-Infrastruktur aufbauen, preisgünstig anbieten und mit Amortisierungsraten von 10 bis 15 Jahren planen. Viele Kommunen haben inzwischen erkannt: Heute hängt die Attraktivität ganzer Regionen zunehmend auch von der Verfügbarkeit von Breitband im Gigabitbereich bis zum Anwender ab.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI
Einsteinufer 37, 10587 Berlin
www.hhi.fraunhofer.de
Corporate Communications - Dr. Gudrun Quandel
Tel +49 (0)30 31002 400
Mobil +49 (0)171 1995334
Fax +49 (0)30 31002 558


Das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin ist eines der weltweit führenden Forschungsinstitute für feste und mobile Kommunikationsnetzwerke und für die Schlüsseltechnologien der Zukunft. Seit rund 30 Jahren beschäftigt sich das HHI mit optischen Technologien, Breitband-Mobilfunk, Anwendungen wie 3D und Immersiven Medien und dem gesellschaftlichen Einsatz von IKT-Infrastrukturen. Die Mitarbeiter sind vielfach ausgezeichnet (u. a. Leibniz-Preisträger, Mitglied der Akademie der Wissenschaften) und erhielten mehrfach den „EMMY-Award“ und zahlreiche Industriepreise. Das HHI betreibt Lehrstühle an der Technischen Universität Berlin (Communication Techniques, Mobile Communications, Image and Video Communication), der Technischen Universität Clausthal (Applied Photonics) sowie der Humboldt-Universität Berlin (Visual Computing). In Vorbereitung ist ein Lehrstuhl an der Universität Potsdam (Adaptive Video Processing). Anliegen des Instituts ist es, die Weiterentwicklung der technologischen Möglichkeiten auf den Zukunftsbedarf der Gesellschaft abzubilden. Ziel ist, den Standort Deutschland in Europa zu einem international gefragten Partner zu entwickeln.

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