OLED mit Buckeln leuchtet heller
Japanische Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie die Auskopplung des Lichts aus weißen organischen Leuchtdioden wesentlich verbessern können.
| Abb. 1: Die buckelige Oberflächenstruktur, die auf die OLED übertragen wurde. Links oben die Fourier-Transformierte. (Bild: Won Hoe Koo et al, Nature Photonics) |
Hideo Takezoe vom Tokyo Institute of Technology und seine Kollegen haben bei der Herstellung der ungewöhnlich hellen OLEDs zwei bekannte Techniken auf neuartige Weise miteinander verbunden. Zum einen hatte man schon früher die Lichtauskopplung aus den OLEDs dadurch verbessert, dass man den Grenzflächen im Innern der Leuchtdiode sowie ihrer Glasoberfläche Wellenform gab. Dies machte die Grenzflächen zu einem Bragg-Gitter, sodass sie das Licht für passende Wellenlängen in bestimmte Richtungen beugten und so aus der OLED heraus lenkten statt es in ihr Inneres zu reflektieren. Für einfarbige OLEDs ließ sich die Gitterwellenlänge auf die Lichtwellenlänge abstimmen. Doch bei weißen OLEDs mit einem großen Wellenlängenbereich warf die Abhängigkeit der Beugung von der Lichtwellenlänge Probleme auf. Darüber hinaus ist die Anfertigung ausgedehnter Beugungsgitter für großflächige OLEDs kompliziert und kostspielig.
Hier kommt nun die zweite bekannte Technik ins Spiel, mit der japanischen Forscher ihren OLEDs eine besondere Oberflächenstruktur gaben. Sie bedampften eine etwa 100°C heiße Kunststoffschicht aus Polydimethylsiloxan (PDMS) mit einer 10 nm dicken Aluminiumschicht und ließen sie abkühlen, wobei sich beide Schichten zusammenzogen. Da die Kunststoffschicht beim Abkühlen stärker schrumpfte als die Aluminiumschicht, gab es Spannungen an der Grenzfläche beider Schichten, sodass die Schichten buckelig wurden. Um die Oberflächenmodulation noch zu verstärken, benutzten die Forscher die buckelige Oberfläche als Matrize für eine zweite PDMS-Schicht, die wiederum erhitzt, mit Aluminium bedampft und abgekühlt wurde. Mit dieser „zweifach buckeligen“ Schicht stellten sie schließlich auf demselben Wege noch eine „dreifach buckelige“ Schicht her.
| Abb. 2: Die zwei- und dreifach buckeligen OLEDs (rot bzw. blau) haben deutlich höhere Strom- und Leistungseffizienz als die glatten OLEDs (schwarz). (Bild: Won Hoe Koo et al, Nature Photonics) |
Die buckeligen Grenz- und Oberflächen erleichterten den OLEDs die Lichtabstrahlung in ähnlicher Weise wie die Bragg-Gitter, allerdings nicht nur für bestimmte Beugungsrichtungen und auch nicht nur für eine Lichtwellenlänge sondern für einen großen Wellenlängenbereich. Die Richtungsabhängigkeit des von den buckeligen OLEDs abgestrahlten Lichtes war sehr günstig und entsprach der von glatten OLEDs: Die Abstrahlung konzentrierte sich in einem engen Winkel um die Oberflächennormale. Die Forscher weisen darauf hin, dass die buckelige Oberflächenstruktur der Leuchtdioden ihnen zusätzlich Flexibilität verleiht.
RAINER SCHARF
Weitere Infos:
* Originalveröffentlichung:
Won Hoe Koo et al.: Light extraction from organic light-emitting diodes enhanced by spontaneously formed buckles. Nature Photonics, online 21.2.2010
dx.doi.org/10.1038/nphoton.2010.7
* Gruppe von Hideo Takezoe am Tokyo Institute of Technology:
www.op.titech.ac.jp/lab/Take-Ishi/index-e.html



