Im Schülerwettbewerb "SolarMobil-Deutschland" können Jugendliche ihre selbst konstruierten Modellfahrzeuge an den Start schicken.
Wie das deutsche Unternehmen Qiagen den Biotech-Weltmarkt erobert.
Quelle: optischetechnologien.de, 06.05.2010
| Die operative Zentrale und europäisches Hauptquartier der Qiagen GmbH in Hilden bei Düsseldorf. Das moderne Gebäude wurde im Jahr 2002 fertig gestellt (Bildquelle: Qiagen GmbH) |
Qiagen - ein Name, den man sich merken sollte. Denn das Unternehmen mit seinem Hauptsitz in Hilden bei Düsseldorf ist nicht nur das erfolgreichste Biotech-Unternehmen Europas, sondern auch der globale Marktführer in der molekularen Diagnostik.
Der Forschungsdurchbruch gelang den Gen-Detektiven mit einem Verfahren, mit dem sich die DNA eines Menschen schnell und unkompliziert aus einer Zelle isolieren lässt. Heute ist dieses Verfahren in den Labors der Welt Standard. Inzwischen wird rund um den Globus Qiagen-Technik zur Aufbereitung von Erbgut und zur Bestimmung von DNA-Material eingesetzt: Sei es in der Ägyptologie bei der Identifizierung von Mumien, in der Kriminalistik bei der Überführung von Tätern oder bei der Identifikation von bis zur Unkenntlichkeit entstellten Unfallopfern, beispielsweise nach Flugzeugabstürzen.
Die molekulare Diagnostik hingegen ist ein neuer, sehr vielversprechender Bereich der Biotechnologie. Hierbei können - mithilfe von optischen Verfahren wie beispielsweise der Fluoreszenzmikroskopie - bestimmte Moleküle als Schlüsselmoleküle für den Nachweis von Krankheiten (z. B. bei Krebserkrankungen) sichtbar gemacht werden. Spezielle Moleküle treten nur im Krankheitsfall auf. Die Körperflüssigkeit eines Patienten (z. B. Blut oder Urin) wird auf das Krankheitsbild hin untersucht und mit spezifischen, fluoreszierenden Sonden in Berührung gebracht. Die fluoreszierenden Sonden zeigen im Krankheitsfall die Existenz des Schlüsselmoleküls an, indem sie sich mit dem Molekül verbinden und durch diese Verbindung zu leuchten beginnen.
Gerade bei vielen Krebserkrankungen ist es für den späteren Heilungserfolg immens wichtig, die Krankheit frühzeitig zu entdecken und für die richtige Behandlung korrekt zu diagnostizieren.
Die molekulare Diagnostik ist ein großer Wachstumsmarkt mit einem enormen, bisher noch schwer abschätzbaren Zukunftspotenzial. "Wir stehen auf diesem Gebiet erst am Anfang einer Revolution, ähnlich wie vor 30 Jahren bei der Informationstechnologie", sagte Peer Schatz, Geschäftsführer der Qiagen GmbH, den Redakteuren von Spiegel Online im vergangenen Monat.
Dementsprechend viel Aufwand steckt das Unternehmen in die aktuelle Forschung und Entwicklung von neuen Methoden zur molekularen Diagnostik. Diese könnte laut Spiegel Online zu einer Dreifach-Revolution in der Medizin führen: Unkomplizierte Gentests würden die Krankheitsprävention erleichtern, Diagnosen verbessern und die Behandlung von Patienten effizienter machen. Nach und nach wird es so möglich sein, das Erkrankungsrisiko für immer mehr Krebsarten durch ein einfaches Verfahren zu bestimmen - ein bisschen Blut reicht für ein valides Ergebnis. Gut möglich sogar, dass es in nicht allzu ferner Zukunft eine Art „all-in-one-Test“ geben wird, der jeden Menschen auf häufige Krankheiten wie Krebs checkt. Bereits heute vertreibt die Firma erfolgreich einen Test, der das Risiko bei Frauen misst, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Gebärmutterhalskrebs ist bei Frauen eine der häufigsten Krebserkrankungen, an der in Deutschland jedes Jahr gut 6.000 Frauen erkranken, jede zweite stirbt. Der Test ist für das Unternehmen sehr lukrativ: Rund 200 Millionen Euro jährlich setzt Qiagen mit dem Test um.
„Exprimage“, so heißt ein aktueller Projektverbund, in dem Qiagen mit fünf weiteren Unternehmen und Instituten eine „automatisierte Gewebediagnostik zur Verbesserung von Prognoseeinschätzungen und Therapieempfehlungen bei Krebserkrankungen“ erforscht. Eindeutiges Ziel des Forschungsprojekts ist es, dass Verläufe von Krebserkrankungen künftig besser vorhergesagt und genauere Therapieempfehlungen gegeben werden können. Mit einer Kombination von neusten optischen und molekularbiologischen Methoden wollen die Projektpartner zunächst über 50.000 Gewebeschnitte „durchleuchten“, um detaillierte Informationen über einen Tumor zu gewinnen. Die gewonnenen Daten sollen ermöglichen den Tumor so genau zu beschreiben, dass sich damit auch seine weitere Entwicklung und seine mögliche Reaktion auf eine Therapie vorhersagen lässt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 5,8 Millionen Euro gefördert.
Im Jahr 1993, als Peer Schatz bei Qiagen anfing, hatte das kleine Unternehmen gerade mal 30 Mitarbeiter. Heute sind es über 3.400 Mitarbeiter - weltweit. Mit der dominierenden Stellung hat Qiagen seinen Umsatz in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht, der Gewinn stieg sogar um den Faktor zehn. 750 Millionen Euro hat das Unternehmen jährlich erwirtschaftet und kann sich nun ohne weiteres mit börsendotierten Großunternehmen, wie beispielsweise dem Pharmakonzern Merck messen. Das hochinnovative Unternehmen wächst weiter: Experten gehen bis 2014 von einer weiteren Verdoppelung der Umsatzentwicklung auf rund 1,5 Milliarden aus. Und wie sieht es mit Konkurrenten aus, die ebenfalls auf den großen Wachstumsmarkt der Zukunft setzen wollen? Laut Spiegel Online sind bisher noch keine in Sicht.
Weitere Informationen:
Übersicht Forschungsverbund EXPRIMAGE
Artikel Spiegel Online vom 29.04.2010
Der Forschungsdurchbruch gelang den Gen-Detektiven mit einem Verfahren, mit dem sich die DNA eines Menschen schnell und unkompliziert aus einer Zelle isolieren lässt. Heute ist dieses Verfahren in den Labors der Welt Standard. Inzwischen wird rund um den Globus Qiagen-Technik zur Aufbereitung von Erbgut und zur Bestimmung von DNA-Material eingesetzt: Sei es in der Ägyptologie bei der Identifizierung von Mumien, in der Kriminalistik bei der Überführung von Tätern oder bei der Identifikation von bis zur Unkenntlichkeit entstellten Unfallopfern, beispielsweise nach Flugzeugabstürzen.
Die molekulare Diagnostik hingegen ist ein neuer, sehr vielversprechender Bereich der Biotechnologie. Hierbei können - mithilfe von optischen Verfahren wie beispielsweise der Fluoreszenzmikroskopie - bestimmte Moleküle als Schlüsselmoleküle für den Nachweis von Krankheiten (z. B. bei Krebserkrankungen) sichtbar gemacht werden. Spezielle Moleküle treten nur im Krankheitsfall auf. Die Körperflüssigkeit eines Patienten (z. B. Blut oder Urin) wird auf das Krankheitsbild hin untersucht und mit spezifischen, fluoreszierenden Sonden in Berührung gebracht. Die fluoreszierenden Sonden zeigen im Krankheitsfall die Existenz des Schlüsselmoleküls an, indem sie sich mit dem Molekül verbinden und durch diese Verbindung zu leuchten beginnen.
Gerade bei vielen Krebserkrankungen ist es für den späteren Heilungserfolg immens wichtig, die Krankheit frühzeitig zu entdecken und für die richtige Behandlung korrekt zu diagnostizieren.
Die molekulare Diagnostik ist ein großer Wachstumsmarkt mit einem enormen, bisher noch schwer abschätzbaren Zukunftspotenzial. "Wir stehen auf diesem Gebiet erst am Anfang einer Revolution, ähnlich wie vor 30 Jahren bei der Informationstechnologie", sagte Peer Schatz, Geschäftsführer der Qiagen GmbH, den Redakteuren von Spiegel Online im vergangenen Monat.
Dementsprechend viel Aufwand steckt das Unternehmen in die aktuelle Forschung und Entwicklung von neuen Methoden zur molekularen Diagnostik. Diese könnte laut Spiegel Online zu einer Dreifach-Revolution in der Medizin führen: Unkomplizierte Gentests würden die Krankheitsprävention erleichtern, Diagnosen verbessern und die Behandlung von Patienten effizienter machen. Nach und nach wird es so möglich sein, das Erkrankungsrisiko für immer mehr Krebsarten durch ein einfaches Verfahren zu bestimmen - ein bisschen Blut reicht für ein valides Ergebnis. Gut möglich sogar, dass es in nicht allzu ferner Zukunft eine Art „all-in-one-Test“ geben wird, der jeden Menschen auf häufige Krankheiten wie Krebs checkt. Bereits heute vertreibt die Firma erfolgreich einen Test, der das Risiko bei Frauen misst, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Gebärmutterhalskrebs ist bei Frauen eine der häufigsten Krebserkrankungen, an der in Deutschland jedes Jahr gut 6.000 Frauen erkranken, jede zweite stirbt. Der Test ist für das Unternehmen sehr lukrativ: Rund 200 Millionen Euro jährlich setzt Qiagen mit dem Test um.
„Exprimage“, so heißt ein aktueller Projektverbund, in dem Qiagen mit fünf weiteren Unternehmen und Instituten eine „automatisierte Gewebediagnostik zur Verbesserung von Prognoseeinschätzungen und Therapieempfehlungen bei Krebserkrankungen“ erforscht. Eindeutiges Ziel des Forschungsprojekts ist es, dass Verläufe von Krebserkrankungen künftig besser vorhergesagt und genauere Therapieempfehlungen gegeben werden können. Mit einer Kombination von neusten optischen und molekularbiologischen Methoden wollen die Projektpartner zunächst über 50.000 Gewebeschnitte „durchleuchten“, um detaillierte Informationen über einen Tumor zu gewinnen. Die gewonnenen Daten sollen ermöglichen den Tumor so genau zu beschreiben, dass sich damit auch seine weitere Entwicklung und seine mögliche Reaktion auf eine Therapie vorhersagen lässt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 5,8 Millionen Euro gefördert.
Im Jahr 1993, als Peer Schatz bei Qiagen anfing, hatte das kleine Unternehmen gerade mal 30 Mitarbeiter. Heute sind es über 3.400 Mitarbeiter - weltweit. Mit der dominierenden Stellung hat Qiagen seinen Umsatz in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht, der Gewinn stieg sogar um den Faktor zehn. 750 Millionen Euro hat das Unternehmen jährlich erwirtschaftet und kann sich nun ohne weiteres mit börsendotierten Großunternehmen, wie beispielsweise dem Pharmakonzern Merck messen. Das hochinnovative Unternehmen wächst weiter: Experten gehen bis 2014 von einer weiteren Verdoppelung der Umsatzentwicklung auf rund 1,5 Milliarden aus. Und wie sieht es mit Konkurrenten aus, die ebenfalls auf den großen Wachstumsmarkt der Zukunft setzen wollen? Laut Spiegel Online sind bisher noch keine in Sicht.
Weitere Informationen:
Übersicht Forschungsverbund EXPRIMAGE
Artikel Spiegel Online vom 29.04.2010



